Der Weihnachtsbaum des Golfjahres 2025 prangt in voller Pracht, die Kerzen strahlen und die Kugeln schimmern: Aus europäischer Sportsicht funkeln natürlich Rory McIlroys Parforceritt ins erste Green Jacket beim Masters samt komplettiertem Karriere-Grand-Slam und der dramatische Ryder-Cup-Triumph von Luke Donalds Dutzend in der Höhle des amerikanischen Löwen Bethpage Black. Dafür wurden der 36-Jährige und das Team tatsächlich bei der Wahl zu Großbritanniens Sports Personality of the Year ausgezeichnet – ein doppelter Erfolg und der erste für den Golfsport seit Nick Faldos Auszeichnung als Sportler des Jahres 1989. Für festliches Licht in der deutschsprachigen Hütte sorgen Ryder-Cupper Sepp Straka mit The American Express und Truist Championship sowie Nicolai von Dellingshausen durch den Gewinn der Austrian Open in Altentann.
Dazu gesellen sich Thomas Detry (Phoenix Open), Ludvig Åberg (Genesis Invitational), Viktor Hovland (Valspar Championship), Justin Rose (FedEx St. Jude Championship) und noch mal McIlroy als Irish-Open-Sieger. Nicht zuletzt hat Tommy Fleetwood sein Teil zum Zierrat der Zimmertanne beigetragen, als er ausgerechnet bei der Tour Championship das Etikett des Golf-Multimillionärs ohne Turniertitel auf der PGA Tour weiterreichte. Europas Damen sind ebenfalls zu erwähnen: Maja Stark und die US Open; Linn Grant, Charley Hull, Lottie Woad, Carlotta Ciganda, Ingrid Lindblad, Madelene Sagström mit ihren Siegen auf der LPGA Tour. Und wie sich das gehört, verteilt sich drumherum jede Menge Lametta: Laura Fünfstücks Sieg bei der London Championship auf der Ladies European Tour oder Maximilian Steinlechners Aufstieg zur DP World Tour und Helen Briems Qualifikation für die LPGA Tour.
Bei alldem fehlt im Baum noch der amerikanische Glanz und Glitter. Scottie Schefflers gerade mit dem Jack Nicklaus Award als Player of the Year beglaubigte Dominanz ist zuvorderst aufzuführen, ebenso die PGA Championship und die Open Championship als Major Nummer drei und vier für den unangefochtenen Weltranglistenersten. Oder die US Open des absoluten Außenseiters JJ Spaun. Dafür glänzte Tiger Woods durch sportliche Abwesenheit, lässt es aber als Vorsitzender des Future Competition Committee und graue Eminenz der PGA Tour hinter dem neuen CEO Brian Rolapp mächtig in den Nadeln rascheln. Und natürlich hängt auch ein bisschen schräges Dekor im Baum: die sozialmedial gehypte Simulatorsause Tomorrow’s Golf League beispielsweise. Oder die Hausse der YouTuber.
Sei’s drum, es mangelt jedenfalls nicht an Schmuck: In diesem Sinne Happy X-Mas vom gesamten Team der Golf Week. Und kommen Sie beschwingt ins neue Golfjahr!