Das gab’s seit 1994 nicht mehr: ein Masters gleichermaßen ohne Tiger Woods und Phil Mickelson. Während der fünf Mal erfolgreiche GOAT sich womöglich in der Schweiz einer Reha unterzieht, hat „Lefty“ die 90. Auflage des Majors im Augusta National Golf Club wegen „gesundheitlicher Angelegenheiten in der Familie“ abgesagt. Hintergrund für den Startverzicht des dreifachen Champions könnte die Brustkrebs-Erkrankung seiner Frau Amy sein. Doch das ist unbestätigte Spekulation.
Derweil hat Rory McIlroy alle Privilegien eines Titelverteidigers ausgekostet, inklusive des von ihm ausgerichteten erlesenen Champions Dinners, und freut sich nun darauf, das Turnier nach dem 2025 komplettierten Karriere-Grand-Slam ebenso „einfach nur zu genießen“. Am liebsten wäre es dem Nordiren natürlich, wenn Vorgänger Scottie Scheffler ihm am Sonntag erneut ins Green Jacket helfen würde. Indes, Top-Favorit ist McIlroy nicht: Auf dieser Position notieren die Buchmacher einmal mehr den in jüngster Zeit ungewohnt unpräzisen Weltranglistenersten Scheffler sowie einen Bryson DeChambeau in Bestform, der seine Schläger neuerdings per 3-D-Drucker selbst fabriziert, jüngst zwei LIV-Siege in Serie einfuhr und überdies bevorteilt scheint, weil die Gewinner der vergangenen 20 Jahre im Schnitt ebenfalls 32 Jahre alt waren. Scheffler wiederum, dem die Familie ohnehin vor jedem Golferfolg geht, ist am 27. März zum zweiten Mal Vater geworden und hat nicht nur – wie gewohnt – Ehefrau Meredith und Söhnchen Bennett, sondern direkt auch Baby Remy mit nach Augusta gebracht.
Apropos Nachwuchs: Fleetwood-Filius Frankie hat es beim Par 3 Contest am Mittwoch nach den zu kurzen Bällen 2024 und 2025 wieder nicht über Ike’s Pond und die gut 109 Meter aufs Schlussgrün des Neun-Loch-Kurzplatzes von Augusta National geschafft – trotz eines neuen Schlägers, der im TaylorMade-Truck eigens für den Achtjährigen gefittet worden war, und zweier Versuche. Freilich, die Länge ist wohl mittlerweile da, es fehlten letztlich bloß ein paar Zentimeter. „Ich muss halt weiterhin beim Masters dabei sein, damit Frankie das irgendwann hinkriegt“, flachste Papa Tommy dieser Tage schon. Immerhin hatte er selbst eine Stunde zuvor durch ein Ass auf Loch vier sozusagen prophylaktisch die Familienehre der Fleetwoods hochgehalten.
Den Par 3 Contest gewann übrigens Aaron „Two Gloves“ Rai (-6), womit der stets mit Golfhandschuhen an beiden Händen agierende Engländer gemäß Statistik bei der Vergabe des Green Jacket in diesem Jahr keine Rolle spielen wird. Und so sind es noch die restlichen 90 Teilnehmer, die weiterhin dem Traum vom Triumph nachhängen dürfen, wenn heute die Honorary Starters Gary Player, Jack Nicklaus und Tom Watson mit ihren Ceremonial Tee Shots dieses mit insgesamt 20 Millionen Dollar dotierte 90. Masters eröffnen.
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