Briem machine

Helen Briem dominiert in Evian und feiert ihren zweiten LET-Sieg – ein Ausnahmetalent auf dem Weg zu noch größeren Aufgaben.
Papa und Caddie Jochen gemeinsam mit seiner Tochter und LET-Star Helen Briem.

Erst der Heimsieg von Leonie Harm Anfang Mai in Green Eagle, dann der Erfolg von Helen Briem zwei Wochen später bei der Ladies Open de France in Evian. Um es im Jugendslang von 2014 auszudrücken: Das läuft derzeit beim deutschen Frauengolf. Weniger überraschend war, dass die 20-jährige Helen Briem aus Nürtingen früher oder später ihre zweite LET-Trophäe in die Luft strecken durfte. In dieser 1,90 Meter großen Ausnahmeathletin steckt zu viel Talent. Sie hatte 2024 bei ihrem Profi-Debüt auf der LET ihren ers­ten Sieg gefeiert, nachdem sie zuvor schon viermal in der LET Access Series, der zweiten europäischen Liga, triumphiert hatte. Wie dominant Briem das Turnier im Evian Resort Golf Club gewann, der Austragungsort der Evian Championship ist, dem einzigen Major in Kontinentaleuropa, beeindruckte dann aber doch: Mit Runden von 69, 65 und 67 Schlägen erreichte die Spielerin des Stuttgarter Golf-Clubs ein Gesamtergebnis von zwölf unter Par und hatte damit sieben Schläge Vorsprung auf die Konkurrenz.

In einer Woche wie dieser in Frankreich wirkt es fast so, als wäre Briem bereits jetzt zu gut für die LET. Wenn sie ihr bestes Golf spielt, ist sie es vermutlich auch. Um jedoch dauerhaft auf der LPGA Tour konkurrenzfähig zu sein, muss sie konstant spielen. Sollte diese Stabilität irgendwann auch noch in Briems Spiel Einzug halten, dann kann sich Golf-Deutschland auf eine regelmäßige Titelanwärterin bei den großen Turnieren freuen. Apropos große Turniere: Mit diesem Sieg hat sich Briem für zwei davon qualifiziert, nämlich für die Evian Championship und die AIG Women’s Open, das zweite Damen-Major in Europa. Zu der sportlichen Erfolgsgeschichte gesellt sich eine fast schon kitschige Vater-Tochter-Erzählung. Denn Papa Jochen war auch in Frankreich wieder an der Tasche seiner großen Briem. Gemeinsam bereisen sie die Welt und versetzen die Konkurrenz zumindest sportlich in Angst und Schrecken. „Wir haben eine großartige Zeit. Wir lernen zusammen, wir entwickeln uns zusammen – und es ist ein Privileg, mit ihm die Welt zu bereisen“, sagte Briem nach ihrem hochverdienten Kantersieg am Ufer des Genfersees in Évian-les-Bains. Oder, um es jugendlich cool auszudrücken: Briem machine!

Medianachweis: © Flickr / LET

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