Das letzte Major des Jahres 2026

Die Ladys in Lytham

Spot on aufs Damengolf: Die Ladys von LPGA Tour und LET treffen sich auf den royalen Links von Lytham & St Annes zur AIG Women’s Open. Beim letzten Major des Golfjahres ist alles vertreten, was Rang und Namen hat, aber zwei Proetten stehen besonders im Fokus: Zuvorderst Nelly Korda, die Nummer eins der Welt, der ein Triumph an „England’s Golf Coast“ den Karriere-Grand-Slam und die fehlenden zwei Punkte für den Einzug in die Hall of Fame der LPGA bescheren würde.

Und beziehungsreicher könnte der Auftakt bei dieser sechsten Women’s Open in Royal Lytham & St Annes diesbezüglich nicht sein: 2003 machte die große Annika Sörenstam dort ihren Karriere-Grand-Slam perfekt; Korda wiederum ist in den ersten beiden Open-Runden mit Lydia Ko und mit Hae Ran Ryu unterwegs. Ko ist die bislang letzte Hall-of-Famerin, Ryu die zweite zweifach Majorsiegerin der Saison 2026, nachdem Korda die Chevron Championship gewonnen hatte und seit dem ersehnten Triumph bei der US Women’s Open nicht mehr ganz so dominant aufspielt.

Ja, und dann ist da natürlich noch Lokalmatadorin Charley Hull, die von – mittlerweile fünf – zweiten Plätzen bei Majors ziemlich die Nase voll hat. „Es ist schon ein bisschen frustrierend“, bekennt die 30-jährige, immer mal etwas exzentrische Engländerin: „Denn ich liebe es, Majors zu spielen, und kann mich – ehrlich gesagt – eigentlich nur für diese Turniere so richtig motivieren.“ Die Zahlen belegen das: Hull, die auch vergangenes Jahr im walisischen Royal Porthcawl mit einem geteilten zweiten Platz hinter der nunmehrigen Titelverteidigerin Miyu Yamashita Vorlieb nehmen musste, hat elf Top-Ten-Platzierungen in der Bilanz.

Sie selbst sieht allerdings kein Duell oder gar eine Rivalität mit Nelly Korda, die in der Open-Woche ihren 28. Geburtstag feierte, wenngleich die beiden Touren das zu propagieren versuchen. „Das Thema erledigt sich doch ganz schnell“, beschwichtigt Hull: „Nelly hat schon vier Majors und ich keins.“ Klar, das würde sie ausgerechnet bei der 50. AIG Women’s Open gern ändern, einem Heimspiel zumal. Wie Landsfrau Georgia Hall 2018 an selbiger Stelle. Doch beim Kampf um das Rekordpreisgeld von zehn Millionen Dollar ist das Geläuf der erste Gegner. Royal Lytham & St Annes ist gespickt mit Pott-Bunkern, 174 an der Zahl, hat ein Par-3-Auftaktloch von knapp 200 Metern Länge und eine von Sandhindernissen flankierte 18, die zu den schwierigsten Schlussbahnen der Open-Rota gezählt wird.

Übrigens, aus der D‑A‑CH‑Region sind sechs Spielerinnen am Start: die Schweizerin Chiara Tamburlini sowie das deutsche Kontingent mit Leonie Harm, Esther Henseleit, Alexandra Försterling, Helen Briem und Sophia Popov, die vor zehn Wochen zum zweiten Mal Mutter geworden ist und erst vor zwei Wochen wieder zu den Golfschlägern gegriffen hat. „Die Open ist das einzige Turnier, das ich wirklich fest eingeplant hatte, und mir partout nicht entgehen lassen wollte“, sagt die Überraschungssiegerin von 2020. „Ich liebe dieses Event so sehr.“ Perfekter kann ein Schlusswort nicht ausfallen.

Medianachweis: ©Sportcomm/GettyIamges

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