Wenn im Juli die Open Championship nach Royal Portrush zurückkehrt, wird unweigerlich die Erinnerung an einen der markantesten Sieger der Turniergeschichte wach: den Triumph des Engländers Max Faulkner im Jahr 1951. Damals schrieb der exzentrische und selbstbewusste Profi in Nordirland nicht nur sportlich Geschichte, sondern verlieh der Open auch erstmals einen internationalen Anstrich – war es doch die erste Austragung außerhalb Englands und Schottlands. Nun, 74 Jahre später, kehrt die Open erneut an die nordirische Küste zurück – zum insgesamt dritten Mal nach 1951 und 2019. Der Kurs wurde seither modernisiert, umfasst heute 7.381 Yards bei Par 71 und gilt als eine der schönsten, aber auch anspruchsvollsten Links-Anlagen der Welt. Schon 2019 sorgte das Comeback von Royal Portrush für Begeisterung: Über 237.000 Zuschauer machten das Turnier zu einem Fest, das durch den Sieg des irischen Lokalmatadors Shane Lowry gekrönt wurde.
leuchtende farben
Doch zurück zu Max Faulkner, der wohl als der farbenfrohste Open Champion in die Annalen einging. Herbert Gustavus Max Faulkner wurde 1916 in Bexhill-on-Sea geboren und diente im Zweiten Weltkrieg in der RAF. Nach einem Krankenhausaufenthalt in Liverpool mit einem perforierten Trommelfell entschied er sich, fortan leuchtende Farben zu tragen. „Jeden Morgen brachten die Krankenschwestern hübsche Blumen auf die Station, und jeden Abend entfernten sie sie wieder“, soll Faulkner in seinen Nachrufen zitiert worden sein. „Es war so grau ohne diese Blumen. Ich dachte, wenn ich jemals aus diesem verdammten Krieg herauskomme, werde ich etwas Farbe tragen.“
Er blieb seinem Wort treu und spezialisierte sich auf rosa Schuhe, lachsfarbene Socken, lila Hosen – alles, was die Stimmung aufhellte. Die britische Presse verlieh ihm daraufhin den Kosenamen „Clown Prince of Golf“, weil er für seinen ungewöhnlichen Stil, seine exzentrische Persönlichkeit und sein humorvolles Auftreten bekannt war – auf dem und abseits des Golfplatzes. Sein auffälliger Kleidungsstil war in der konservativen Golfwelt der 1940er- und 1950er-Jahre ein bewusster Bruch mit der Tradition. Faulkner war aber auch für seine lockere Art und seine schnellen Sprüche bekannt. Trotz seiner enormen Spielstärke nahm er sich selbst nicht zu ernst und unterhielt Mitspieler und Zuschauer gerne mit launigen Kommentaren.
launiger showman
Max Faulkner hatte keine Scheu davor, Risiken einzugehen oder spektakuläre Schläge zu versuchen – was ihn beim Publikum ausgesprochen beliebt machte, aber bei Offiziellen und Traditionalisten manchmal für Stirnrunzeln sorgte. Legendär ist etwa die Anekdote, dass er bereits vor der letzten Runde der Open 1951 Autogrammkarten mit „Open Champion 1951“ unterschrieb – eine kesse, fast theatralische Geste, die seinen Ruf als charismatischer Entertainer des Golfs untermauerte.
spaß mit substanz
Trotz des Spitznamens „Clown Prince“ war Max Faulkner keineswegs ein Spaßvogel ohne Substanz – er war ein herausragender Ballstriker, ein innovativer Taktiker und mental starker Wettkämpfer. Der Spitzname spiegelte vielmehr seine Kombination aus sportlicher Klasse und schillernder Persönlichkeit wider.

Faulkner dominierte etwa 1951 auf dem Dunluce Links Course in Royal Portrush mit einer Mischung aus Kreativität, Risikobereitschaft und unerschütterlichem Selbstvertrauen. Nach drei Runden lag er mit sechs Schlägen in Führung. Trotz einer nervösen Schlussrunde reichte es am Ende zu einem Gesamtscore von 285 Schlägen (−3) und einem Vorsprung von zwei Schlägen auf den Argentinier Antonio Cerdá.
Faulkner, der 2005 im Alter von 88 Jahren starb, nahm sich selbst und das Spiel nie allzu ernst. „Ich habe immer herumgealbert“, erzählte Faulkner einmal. „Ich habe mich immer mit den Mitgliedern unterhalten, während ich über den Platz ging, und ich habe ihnen bewusst Trickschläge vorgespielt.“
natürliches talent
Faulkners Bedürfnis nach Abwechslung rührte unter anderem daher, dass er das Spiel so einfach fand, dass er sich schnell langweilte. „Ich fand das Spiel so einfach, dass ich nie üben musste. Ich habe nie darüber nachgedacht, den Golfschläger zu schwingen. Ich habe einfach mit Vollgas draufgehauen.“
Faulkner spielte in fünf Ryder-Cup-Teams, darunter der siegreichen GB&I-Mannschaft von 1957, und gewann 13 europäische Turniere, darunter drei Spanish Open und die Portuguese Open 1968 im Alter von 52 Jahren. Doch der Open-Sieg 1951 bedeutete für Max Faulkner alles. Auf die Frage, warum er später nie wieder bei der Open vorne mitspielte, antwortete er: „Wozu zum Teufel sollte ich zweimal gewinnen wollen?“
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