Der Komet Koivun

Sieg im dritten Profi-Turnier mit Scheffler im Nacken

„Stern oder -Schnuppe?“ haben wir vor einiger Zeit gefragt: Jackson Koivun hat mit dem Gewinn der 3M Open eine erste, eindrucksvolle Antwort geliefert. Vor nicht mal vier Wochen war der 21-Jährige aus Kalifornien noch Amateur, nach der US Open wechselte er ins Profilager, beim dritten Turnierstart lieferte er im TPC Twin Cities nahe Minneapolis/Minnesota zwischendrin eine 61er-Fabelrunde ab und holte sich am Ende den Siegerscheck über gut 1,5 Millionen Dollar sowie die Jobgarantie von zwei Jahren auf der PGA Tour. Und das auch noch mit dem Weltranglistenersten Scottie Scheffler im Nacken, der drei Schläge zu kurz blieb und anschließend komplimentierte: „Das zeigt nicht nur, wie außergewöhnlich talentiert Jackson als Spieler ist, sondern auch, über welche mentale Stärke er verfügt.“

Derweil entspannte dieser Komet namens Koivun nach all dem Rummel um seine Person beim Angeln – bezeichnenderweise im Teich entlang der Par-fünf-18. Die allenthalben platzierten Schilder mit der Aufschrift „Angeln verboten“ scheinen für 3M-Open-Champions offenbar nicht zu gelten. Am Sonntagmorgen hatte sich Koivun im Zwiegespräch mit Vater George noch etwas weniger Hype gewünscht, immerhin spiele er doch einfach nur Golf und es sei schließlich bloß eine weitere Runde – die er dann bogeyfrei und mit fünf Birdies zur 66 (-5) absolvierte. „Ich habe die Zuschauer rufen hören: Scottie kommt, Scottie kommt! Aber ich habe versucht, das komplett auszublenden und einfach das Golf zu spielen, das ich spielen kann“, erzählte Koivun später.

Und wenn der einstige Auburn-Tiger so weitermacht, dürfte das „mit etwas weniger Hype“ erst recht ein frommer Wunsch bleiben. Immerhin haben die US-Medien Koivun, den das Statistikportal Data Golf als besten Spieler bezeichnet, der seit 2010 ein US-Kollege verlassen hat, schon zu „Golf’s next big thing“ ernannt. Diese Woche geht es für ihn in Detroit bei der Rocket Classic weiter. Als nunmehr 70. im FedEx Cup ist Koivun überdies schon für die FedEx St. Jude Championship Mitte August qualifiziert, das erste Play-off-Event. Kurz, der Stern glänzt hell.

Medianachweis: ©Sportcomm/GettyImages

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