Dresdens grüne Juwelen

Die Sachsen-Metropole lockt mit drei tollen Golfanlagen.

Vorsicht, Falle! Die Bezeichnung „Dresdner Grüner“ hat maximales Potenzial, gründlich missverstanden zu werden. Hinter diesem Namen verbirgt sich nicht etwa ein Abgeordneter der Mini-Fraktion der Bündnis-Grünen im sächsischen Landtag, sondern ein Solitär von einzigartiger Größe und Schönheit und von geradezu unfassbarem Wert. Der „Dresdner Grüne“ hat stolze 41 Karat und ist damit der größte geschliffene grüne Diamant der Welt. Seit nahezu 300 Jahren ist der 1741 von Kurfürst Friedrich August II. für 400.000 Taler erworbene Riesenklunker Teil der größten Juwelensammlung Europas im „Grünen Gewölbe“ des Dresdner Residenzschlosses, die alljährlich hundert-tausende Besucher aus aller Welt anlockt und in ungläubiges Staunen versetzt. 

Von Freistaat zu Freistaat

Als wäre all diese Pracht noch nicht genug, ist „Elbflorenz“ seit der Wende und dem Upgrade Dresdens von einer DDR-Bezirks- zu einer bundesdeutschen Landeshauptstadt noch um drei ebenfalls hochkarätige „Dresdner Grüne“ reicher geworden. Diese drei prachtvollen „Smaragde“ passen freilich nicht in eine der zahlreichen Vitrinen der umfangreichsten barocken Schmuck- und Kunstkammer Europas; sie fallen vielmehr in den Zuständigkeitsbereich des Dresdner Rechtsanwalts Claus Kobold, seit über zehn Jahren Präsident des Deutschen Golf Verbandes (DGV).

Wir treffen Claus Kobold auf der Sonnenterrasse seiner Lieblingspizzeria Classico Italiano auf dem Neumarkt, gleich gegenüber der Frauenkirche. „München und Dresden sind ja beides Hauptstädte von Freistaaten, und beide liegen an einem schönen Fluss, der die Stadt teilt“, erklärt er schmunzelnd, warum es ihm und seiner Frau 1995 ziemlich leicht fiel, von Bayern nach Sachsen, von der Isar an die Elbe umzuziehen und warum sie beide den Wechsel nie bereut haben: „Dresden ist eine wunderschöne Stadt mit einem großartigen historischen Zentrum, einer ganz tollen Umgebung und sehr hohem Freizeitwert.“

Michael Muthreich leitet seit drei Jahren den Golfpark Dresden-Elbflorenz.

Golfpark Elbflorenz

„Elbflorenz“ eben. Der Verweis auf die nicht minder zauberhafte italienische Partnerstadt der Sachsen-Metropole an den Ufern des Arno ist auch der Name des ältesten Golfclubs der Region. 

Zum Golfpark Elbflorenz, dem Heimatclub von Claus Kobold, fährt man von der Innenstadt rund 20 Minuten nach Süden und dabei konstant bergauf. Die Anlage liegt in den Ausläufern der Sächsischen Schweiz – und schon nach wenigen Löchern schwant es dem Gastgolfer, dass die Topografie des Geländes diesen alpinen Anklang durchaus rechtfertigt. Mit seinen steilen Anstiegen, zahlreichen Wasserhindernissen und tückischen Schräglagen gilt Elbflorenz als anspruchsvoller Platz, der auf etlichen Bahnen hohe Konzentration und eine kluge Schlägerwahl erfordert. 

Wer Sachsens golferische Kronjuwelen auf eine etwas weniger anstrengende Art und Weise kennenlernen will, ist gut beraten, über das „Blaue Wunder“, Dresdens über 130 Jahre alte berühmte Stahlbrücke zwischen Blasewitz und Loschwitz, auf das rechte Elbufer zu wechseln. Kurz hinter dem Stadtteil Weißer Hirsch, einem der Nobel-Wohnviertel der Sachsen-Metropole, am östlichen Rand des Stadtwaldes  Dresdner Heide, breitet sich genüsslich auf gut 100 Hektar die 27-Loch-Golfanlage des GC Dresden-Ullersdorf aus. 

Der schöne, relativ flache Parklandkurs stellt ein echtes Kontrastprogramm zum hügeligen Elbflorenz dar. Seit drei Jahren sind die beiden Clubs eng „verbandelt“:  Beide gehören dem aus dem Allgäu stammenden Unternehmer Karl Schwald. Während er selbst als Präsident in Ullersdorf fungiert, leitet sein Sohn Michael Muth­reich, ein Tour-erfahrener Golf-Pro, den Golfpark Elbflorenz. Und wer Mitglied in einem der beiden Clubs wird, genießt für die 1970 Euro Jahres-Fee unbegrenztes Spielrecht auf beiden Anlagen – ein attraktiver Package-Deal, der wohl auch die stark steigenden Mitgliederzahlen beiderseits der Elbe erklärt. 

Herausfordernd und sehr fotogen: Elbflorenz am Rande der Sächsischen Schweiz.

DREI GOLFERISCHE  SMARAGDE 

Dass man für radikale golferische Kontraste nicht unbedingt zwei unterschiedliche Golfanlagen braucht, macht auf geradezu beispiellose Weise der dritte golferische „Smaragd“ im Einzugsbereich Dresdens deutlich. Auf seiner Golfanlage in Herzogswalde im Landkreis Sächsische Schweiz/Erzgebirge ließ der aus Siegen in NRW stammende Drucktechnik-Unternehmer Reinhard Saal 2017 von Course-Designer Christian Althaus einen formidablen 9-Loch-Links-Course kreieren. Mit 50 zu überwindenden Höhenmetern, einigen gnadenlosen Bunkerlandschaften sowie absolut undurchdringlichem Rough, das keinen verschossenen Ball wieder hergibt, hat der Platz das Potenzial, so manchen Erstbesucher schier zur Verzweiflung zu bringen.  

Spannender Mix aus zwei Golfwelten

Entspannung nach dem Nervenkitzel der geradezu brutalen Front Nine versprechen dann die vor ein paar Jahren reaktivierten „Old Nine“: Mit den vergleichsweise unspektakulären Bahnen entlang der Ausläufer des Tharandter Waldes hatte es 1996 und 2011 schon zwei letztlich gescheiterte Versuche gegeben, dem Golfsport auf den ehemaligen Raps-, Mais-, Getreide- und Tabakfeldern oberhalb des Dorfes Herzogswalde zum Durchbruch zu verhelfen. Erst unter der Ägide von Reinhard Saal, Jahre später, klappte es endlich, im dritten Anlauf. 

Von seiner Wohnung direkt unter dem Gründach des futuristisch gestalteten, 1200 Quadratmeter großen Clubhauses mit riesiger Glasfassade hat Reinhard Saal diesen spannenden Mix aus zwei Golfwelten bestens im Blick. Freilich hat er selbst noch nie eine einzige Runde Golf gespielt. Dabei besteht eigentlich keine Verwechslungsgefahr: Die drei golferischen Smaragde nahe Dresden dürfen und sollen aktiv genutzt werden. Lediglich der originale „Dresdner Grüne“ im Grünen Gewölbe ist nicht zum Spielen da.

Medianachweis: ©Wolfgang Weber

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