Nun also doch nicht: Keegan Bradley wird kein zweiter Playing Captain in der Geschichte des US-amerikanischen Ryder-Cup-Teams. Selbst Donald Trump konnte Bradley nicht umstimmen. Im Nachgang aber war das vermutlich der bestmögliche Schachzug. So konnte Bradley alle Diskussionen rund um andere Spieler, die auf der Kante standen, ablenken und zeigen, dass er das große Ganze als wichtiger erachtet als seine eigenen Bedürfnisse. Das ruft Respekt in mir hervor. Und Bradley könnte mit diesem Move zur Legende werden. Vorausgesetzt, die Amis gewinnen in New York. Luke Donald hat hier natürlich etwas dagegen. Er hat eine schlagkräftige Truppe beisammen, die berechtigte Hoffnungen auf einen Erfolg haben darf. Seine Picks: Straka, Lowry, Aberg, Hovland und Rahm waren eh gesetzt. Aber wer komplettiert? Namen wie Nicolai Hojgaard, Harry Hall, Marco Penge, Matt Wallace oder Thomas Detry geisterten herum. Luke Donald entschied sich für Fitzpatrick, den Major-Sieger, in aufstrebender Form, mit der Erfahrung von drei Ryder Cups, etabliert im Team. Ich finde das richtig, wobei ich Marco Penge gerne gesehen hätte. Er erinnerte mich ein bisschen an Aberg vor zwei Jahren, der als Novize groß aufspielen konnte. Trotzdem gibt es ja einen Rookie, der für Überraschungen sorgen kann: Rasmus Hojgaard, der in die Fußstapfen seines Zwillingsbruders Nicolai tritt. In jedem Fall haben beide Kapitäne großartige Teams, bei denen ich mir sicher bin, dass sie sich bis zum Ende duellieren werden. Ein Auswärtssieg ist im Ryder Cup selten. Zuletzt gelang das 2012 beim Miracle of Medinah. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die Europäer auch dieses Jahr den Pott mit nach Hause bringen. Let‘s go, Europe!
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Ehre, wem Ehre gebührt …