Sie kam, sah und siegte: Lottie Woad hat schon als Amateurin für Furore gesorgt, jetzt feierte sie gleichsam eine erfolgreiche Premiere im Kreis der Proetten. Bei der Women’s Scottish Open präsentierte sich die 21-jährige Engländerin in abgezockter Manier, ließ auf den Dundonald Links in Ayrshire die gesamte Golfelite hinter sich und hatte am Ende drei Schläge Vorsprung. Das erinnert an die ehemalige Amateur-Nummer-Eins Rose Zhang (USA), die 2023 auf Anhieb die Mizuho Americas Open gewann. Der Kommentar der diesjährigen Debüt-Dominatorin fiel allerdings eher nüchtern aus: „Ein ziemlich gutes Ergebnis dafür, dass ich einfach nur gehofft habe, mithalten zu können“, sagte Woad, die nun auch zum Favoritenkreis für die Women’s Open diese Woche im walisischen Royal Porthcawl zählt. Beste Spielerin aus dem D-A-CH-Raum bei der Scottish Open war Olympia-Silbermedaillen-Gewinnerin Esther Henseleit auf dem geteilten 16. Platz.
Woads Erfolg kommt nicht unerwartet. Die Studentin der Florida State University, 2024 Siegerin des prestigeträchtigen Augusta National Women’s Amateur, hatte Anfang Juli bereits die Women’s Irish Open gewonnen, da aber noch auf das Preisgeld verzichten müssen. Nach einem knapp verpassten Play-off und dem dritten Platz bei der anschließenden Evian Championship, der über 500.000 Dollar eingebracht hätte, entschied sich Woad, das letzte Uni-Jahr sausen zu lassen, und wechselte Mitte Juli ins Profilager. Für den ersten Platz bei der von Ladies European Tour (LET) und LPGA Tour gemeinsam getragenen Women’s Scottish Open gab’s einen Scheck über 300.000 Dollar. In Wales sind nun 9,5 Millionen Dollar im Topf, und Woad trifft beim letzten Major der Saison über Royal Porthcawls ehrwürdige Links am Bristol-Kanal erneut auf Nelly Korda und Ko – Lydia Ko, ihres Zeichens Open-Titelverteidigerin.
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