Erweiterung auf 72 Loch

LIV levelt

Überraschender Move: Ab 2026 werden die 14 Saison-Wettbewerbe der LIV Golf League über die Standarddistanz von vier Runden à 18 Loch ausgetragen. Mit dieser Erweiterung des bisherigen 54-Loch-Formats kommt der Konkurrenzcircuit den Forderungen etlicher Akteure nach – allen voran Jon Rahm –, stellt seine Events auf ein Level mit den Turnieren von PGA Tour und DP World Tour und schafft somit eine weitere Voraussetzung, um doch ins System der Vergabe von Weltranglistenpunkten (OWGR) aufgenommen zu werden. „Dies ist ein Gewinn für die Liga und für uns Spieler“, kommentierte Rahm. „Die Umstellung auf 72 Löcher ist der logische nächste Schritt, der den Wettbewerb stärkt, die Anforderungen an uns erhöht und den Fans mehr von dem bietet, was sie sich wünschen.“

Während manche Beobachter die Änderung als Kapitulation vor den Strukturen des Golfestablishments kritisieren, sehen andere darin die Handschrift des neuen LIV-Chefs Scott O’Neil, der als pragmatischer und erfolgsorientierter Manager einige Kapriolen des Vorgängers und erklärten Systemfeinds Greg Norman geradebiegt. Die Vermarktungserfolge geben ihm recht: Wenngleich die LIV-Liga immer noch am Tropf des Eigners und Finanziers Saudi-Arabien hängt und seit der Einführung 2022 an die fünf Milliarden Dollar verschlungen haben dürfte, kann O’Neil für die abgelaufene Saison auf die Gewinnung von namhaften Werbepartnern wie HSBC und Vermarktungseinnahmen von rund einer halben Milliarde Dollar verweisen. Auch die ersten Vertragsverlängerungen mit Top-Stars sind unter Dach und Fach. Dustin Johnson hat seinen neuen Kontrakt bereits signiert, Bryson DeChambeau steht vor einer vorzeitigen Fortschreibung. Die Weichen weisen also in Richtung Zukunft.

Spötter fragen sich allerdings: Was wird denn angesichts der Erweiterung auf 72 Loch jetzt aus dem Namen LIV? Der ist gleichbedeutend mit den römischen Ziffern für 54 und wurde bewusst wegen des bisherigen „rebellischen“ Formats gewählt. Und es gibt zwar Anträge der Liga auf Markenzeichen-Einträge für neue Teams, aber noch keinen Copyright-Claim für LXXII … Naja, es bleibt immerhin bei 54 Turnierteilnehmern, Kanonenstarts und der No-Cut-Regel.

Medianachweis: © Sportcomm/Getty Images

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