Ex-Fußballerin mit Premierensieg auf der Ladies Tour

Kristyna Napoleaova spielt erst seit sieben Jahren Golf.

Ohne finales Drama mit viel Nervenkitzel kann das einzige Turnier der Ladies European Tour auf deutschem Boden offenbar nicht enden. Nach dem „Schwedenkrimi“ bei der Premiere der AMUNDI German Masters im Golf- und Country Club Seddiner See im vergangenen Jahr, als die lange führende Jessica Karlsson den schon fast sicheren Sieg wegen eines katastrophalen Fehlschlags am allerletzten Loch noch an ihre Landsfrau Maja Stark verlor, ging der Wettkampf diesmal sogar in die Verlängerung. 

Spannender hätte der Finaltag vor knapp 5000 fachkundigen und begeisterten Zuschauern vor den Toren Berlins nicht verlaufen können. Drei überraschende Titelanwärterinnen, die zuvor niemand ernsthaft auf der Rechnung gehabt hatte, gingen gemeinsam auf die Finalrunde: die Engländerin Cara Gainer, Diksha Dagar aus Indien und die Tschechin Kristyna Napoleaova. Gainer und Napoleaova, Letztere unter anderem mit einem Monster-Putt zum Eagle auf der 13, konnten die Inderin auf den letzten Löchern um drei Schläge distanzieren und lieferten sich einen dramatischen Schlussspurt. Weil die 27-jährige Tschechin auf dem 18. Grün ihren Par-Putt, der den Sieg bedeutet hätte, knapp vorbei schob, lagen sowohl Napoleaova als auch Gainer bei -14. Ein Playoff – wiederum an der 18 – musste das Titelrennen entscheiden. Und diesmal lochte Kristyna Napoleaova den entscheidenden Putt ein – zu ihrem ersten Sieg auf der Ladies European Tour. Ein Erfolg, der ihr selbst nahezu unwirklich vorkam. 

Denn Napoleaova ist eine Spätstarterin wie kaum eine zweite Akteurin auf der LET. Sie war ursprünglich Profi-Fußballerin, gehörte zum Team der tschechischen Frauen-Nationalmannschaft, musste ihre Fußballkarriere aber aufgrund einer Verletzung beenden. „Ich kann es noch nicht glauben, dass ich bis vor sieben Jahren noch nie einen Golfschläger in den Händen gehalten habe und jetzt Siegerin auf der Ladies European Tour bin“, bekannte die überglückliche Tschechin, die sich auch über die stattliche Siegprämnie von 45.000 Euro freuen durfte. 

Für die Top-Leistung aus deutscher Sicht sorgte die geborene Münsterländerin Sophie Hausmann. Als geteilte 19. ins Finale gestartet, spielte die 26-Jährige eine sensationelle 64er-Schlussrunde mit acht Birdies und beendete das Turnier – schlaggleich mit Diksha Dagar – mit -11 auf dem geteilten dritten Platz. 

Rundum zufriedene Mienen gab es bei Turnierdirektor und Geschäftsführer U.COM Event, Dirk Glittenberg, GCC Seddiner See-Vorstand Jochen Hornig, dessen Anlage mit dem einzigen Robert-Trent-Jones-Course in Deutschland sich wieder in einem exzellenten Zustand präsentiert hatte, und bei Achim Battermann, dem stellvertretenden DGV-Präsidenten, der unterstrich: „Für Golf-Deutschland ist es von großer Bedeutung, dass das professionelle Damengolf wieder eine Heimat in Deutschland gefunden hat. Wir freuen uns auf Runde 3 im kommenden Jahr – wieder im GCC Seddiner See.“

Medianachweis: Tristan JonesLET

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