From Hero to Zero

Neuanfang für Stenson

Der schwedische „Iceman“ ist zurück: Henrik Stenson probiert an alter Wirkungsstätte den Neuanfang. Nachdem der 49-Jährige in der LIV Golf League gescheitert ist, kehrt Stenson zur kommenden Saison auf die DP World Tour zurück, wo er zwischen 2001 und dem Triumph bei der Open Championship 2016 insgesamt elf Turniere gewonnen hat. Zumindest die Grundvoraussetzungen sind jedenfalls erfüllt: Stenson hat die erneute Mitgliedschaft beantragt und die Strafen von mehr als einer Million Dollar bezahlt, die ihm wegen des Fernbleibens von den Pflichtturnieren im Tour-Kalender aufgebrummt worden waren.

Der einstige Hero startet allerdings sozusagen bei Zero. Als mittlerweile Nummer 1.178 der Weltrangliste ist Stenson auf Einladungen angewiesen oder muss sich über Qualifier in die Turnierfelder spielen. 2022 war er als amtierender europäischer Ryder-Cup-Kapitän für eine kolportierte Garantiegage von 40 Millionen Dollar zum Konkurrenz-Circuit übergelaufen und von der European Tour Group prompt geschasst sowie durch den Engländer Luke Donald ersetzt worden. Der erwies sich bekanntermaßen als absoluter Glücksfall.

Es bleibt abzuwarten, ob das künftig auch über dem neuen Kapitel in Stensons wechselhafter Karriere steht, der 2009 ein Millionenvermögen im Schneeballsystem des zu 110 Jahren Haft verurteilten Betrügers Allen Stanford verzockt hatte. Nachdem er selbst in Schweden wegen des Wechsels mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt und zahlreicher Ehrenämter entbunden worden war, gewann der Majesticks-Mann direkt sein erstes LIV-Event, konnte daran aber nie mehr anknüpfen und wurde in der abgelaufenen Saison ausgerechnet von Mit-Kapitän Ian Poulter vom 48. Rang der Gesamtwertung verdrängt, der als letzter Platz den Verbleib in der Liga sichert.

Neben dem Comeback-Versuch auf der DP World Tour und den Starts bei Senioren-Majors mit Erreichen des 50. Lebensjahrs am 5. April 2026 hat Stenson auch noch Optionen auf eine Rückkehr ins LIV-Teilnehmerfeld: über das Relegationsturnier im kommenden Januar oder über die International Series 2026 der Asian Tour. In Europa wird all das übrigens sehr zurückhaltend wahrgenommen. Nachdem Stensons „Fahnenflucht“ schon 2022 von jeder Menge wenig schmeichelhafter Kommentare in den globalen Golfmedien begleitet war, die sogar in der Titulierung „Verräter“ gipfelten, wird jetzt eine Quelle aus dem Tour-Hauptquartier im englischen Virginia Water so zitiert: „Stenson kann spielen, aber jetzt zu unseren Bedingungen. Man sollte nicht vergessen, dass er uns im Stich gelassen und blamiert hat, als wir ihn brauchten, und obwohl er den Vertrag als Kapitän für 2023 unterschrieben hatte.“

Medianachweis: © Sportcomm/Getty Images

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