Es dauert nur wenige Sekunden, bis die Situation eskaliert. In einem Werbespot für einen gemeinsam mit Callaway entwickelten Driver greift die Golferin Alexis Miestowski nach dem neuen Schläger. Good-Good-Mitgründer Garrett Clark stößt sie daraufhin zu Boden und sagt: „Do not touch my new driver.“ Was als Werbung gedacht war, löste im Netz Empörung aus. Kritiker warfen den beteiligten Unternehmen vor, Gewalt gegen Frauen zu verharmlosen. Der Spot wurde gelöscht, und Good Good sowie Callaway haben sich entschuldigt. Good Good erklärte, die Szene sei als Parodie des Horrorfilms „Obsession“ gedacht gewesen. Diese Erklärung beruhigte die Kritiker allerdings nicht.
Eine Werbung, viele Folgen
Callaway beendete die dreijährige Partnerschaft mit Good Good und kündigte eine Spende von einer Million Dollar an Organisationen, die sich gegen Gewalt an Frauen einsetzen, an. Good Good zog sich daraufhin als Namenssponsor des für November geplanten PGA-Tour-Turniers in Austin zurück. Auch im Handel folgten Konsequenzen: Dick’s Sporting Goods und Golf Galaxy nahmen Good-Good-Produkte aus ihren Geschäften. Zudem strich Golf Channel die geplante neue Staffel des Formats Big Break x Good Good. Der Imageschaden war erheblich. Ein Ausschnitt des gelöschten Spots erreichte mehr als 4,7 Millionen Aufrufe. PR-Experten kritisierten zudem das Krisenmanagement der Unternehmen. Zu viele Erklärungen und Konsequenzen nacheinander hätten die Geschichte immer wieder neu angeheizt.
Die zweite Krise
Für zusätzliche Unruhe sorgte Good-Good-CEO Matt Kendrick. Nachdem Callaway die Partnerschaft beendet hatte, griff er das Unternehmen öffentlich an. Später wurde bekannt, dass Kendrick den Werbespot vor dessen Veröffentlichung selbst nicht gesehen hatte. Damit rückte die entscheidende Frage in den Mittelpunkt: Wie konnte ein solcher Clip überhaupt veröffentlicht werden? PR-Experten sehen darin deshalb weniger ein reines Creator-Problem als ein Versagen der internen Freigabeprozesse.
Führung weg, Marke noch da
Die Konsequenzen folgten schließlich auf Führungsebene. Zunächst musste Jeffrey Lefkovits, Vice President für Brand und Marketing bei Good Good, gehen. Nun verließen auch CEO Matt Kendrick und Präsident Joe Flannery das Unternehmen. Good-Good-Mitgründer und Investor Nahid Giga übernimmt vorerst die Rolle des Interims-CEO. Garrett Clark, der Mann aus dem umstrittenen Spot, bleibt dagegen im Unternehmen. Auch die Creators sollen weiterhin Inhalte produzieren. Für Good Good geht es damit um mehr als eine missglückte Werbung. Die Marke muss nun beweisen, dass sie das Vertrauen ihrer Community zurückgewinnen kann.
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