Wie wichtig es ist, dass Profis auch bei ihren heimischen Open aufteen, zeigt sich am besten am Beispiel von Rory McIlroy bei der stets gut besuchten offenen Meisterschaft in Irland. Denn als sich der Grand Slam Champion sogar mit dem grünen Jacket im Gepäck im K Club zur diesjährigen Amgen Irish Open die Ehre gab, herrschte absoluter Ausnahmezustand.

schwacher start wegen der uhr
Doch Rory war nicht angetreten, um nur Autogramm- und Selfiewünsche zu erfüllen. McIlroy war in den K Club gekommen, um seine zweiten Irish Open nach 2016 (damals auch im K Club) nach Hause zu holen. Doch gleich am ersten Tag erhielt diese Mission einen richtigen Dämpfer. Rory war mit seinem Flight auf der Uhr und das brachte die Nummer zwei der Welt in seiner Heimat so richtig in Rage.
„Ich muss sehr versuchen, jetzt nichts Falsches zu sagen. Aber immer, wenn ich nach Europa komme, gibt es Probleme mit der Uhr. Ich spiele halt nun mal meistens in einer dieser Top-Gruppen und da haben wir viele Zuschauer und da kann es halt schon auch mal sein, dass manche Dinge etwas länger dauern“, zeigte sich der Local Hero sichtlich erzürnt.
Freitag und samstag wieder auf kurs
Zwei Bogeys auf den letzten drei Bahnen und eine nüchterne 71 standen in der Folge zu Buche. Es sah also zum Start in die heimischen Open gar nicht mal so rosig aus für McIlroy, der es an den nächsten Tagen allerdings gut verstand, sein wankendes Schiff auf Kurs zu bringen. Dank 66 und 68 Schlägen an Freitag und Samstag spielte sich Rory auch zur großen Freude seiner Fans wieder zurück in „Contention“ und wollte dann auch noch am Finaltag zur großen Aufholjagd blasen.

rory mit dem luck of the irish
Gesagt, getan. Denn während der Franzose Adrien Saddier und der Spanier Angel Hildalgo mit der Führung in der Finalrunde alles andere als gut zurecht kamen, legte Rory sich mächtig ins Zeug. Bei seinem fünften Birdie des Tages auf der 13 hatte der Lokalmatador dann auch das berühmte „Luck of the Irish“ auf seiner Seite, als sein Birdieversuch nach einer kompletten Umrundung der Lochkante wie von Zauberhand doch noch ins Loch fiel. Unter großen Jubel der Fans hatte Rory McIlroy sogleich die Führung im Turnier übernommen.
Spannender geht es eigentlich kaum
Aber ganz so schnell wollte die Konkurrenz dann auch nicht klein beigeben und dem Publikumsliebling den Sieg in seiner Heimat überlassen. Allen voran Joakim Lagergren: Mit einem Eagle auf der 16 und einem abschließenden Birdie auf der 18 setzte der Schwede bei 17 unter Par eine gehörige Duftmarke ins Clubhaus und lag urplötzlich zwei Schläge in Führung. Doch Rory McIlroy wäre ja nicht Rory McIlroy und Career-Grand-Slam-Sieger, wenn er für solche Herausforderungen nicht die passende Antwort parat hätte. Für diese ließ sich Rory bis zur 18. Bahn Zeit, als er nach einem satten Drive nebst Eisen aufs Grün wenig später zum Eagle und Ausgleich in letzter Sekunde verwandelte.
Sieg im stechen am dritten Extraloch
Den anschließenden ohrenbetäubenden Jubel der Fans hat man wahrscheinlich bis in die 30 Kilometer entfernte Hauptstadt Irlands gehört und auch auf Social Media trendete der Schlag des Turniers binnen weniger Sekunden. Ein Stechen um den Titel der Irish Open 2025 mit Rory McIlroy und das im legendären K Club, was will man eigentlich mehr? Die ersten beiden Extralöcher (gespielt wurde die 18 (Par 5) schenkten sich Lagergren und McIlroy nichts und mussten sich nach jeweiligen Birdies auf beiden Seiten einmal mehr auf dem Weg zu 18. Tee-Box machen.
Die Entscheidung fiel an solch einem spektakulären Tag leider schon fast mit einer Antiklimax, als Lagergren seinen Approach im Wasser versenkte. Der Weg war frei für McIlroy und Irish-Open-Titel Nummer zwei. Und natürlich ließ sich der Lokalmatador dann auch nicht mehr lange bitte und verwandelte zum dritten Birdie in Folge und damit zum vielumjubelten Sieg.
das wohl beste jahr der Karriere
„Ich fühle mich so glücklich, dass mir das für diese tollen Fans hier heute gelungen ist. Es war eh schon eine so schöne Rückkehr nach Hause, vor allem mit dem grünen Jackett in der Tasche. Aber hier jetzt auch noch zu gewinnen, ist einfach nicht mehr zu toppen. Das hat sogar meine Erwartungen noch übertroffen“, so McIlroy nach dem Sieg.
„Ich hatte ein unglaubliches Jahr und egal, was jetzt noch kommt – es wird vielleicht sogar das beste Jahr meiner Karriere gewesen sein“, zeigte sich der frischgebackene Irish Open Champion 2025 in bester Laune.
Medianachweis: © Sprtcomm/Getty Images, © Sportcomm / Getty Images