Golfkinderfreude in der Talkshow

Wo und wie würden wir Schwangerschaften verkünden, wenn wir Golfer wären? Klar, im TV!

Und da war es raus. Also nicht das Kind selbst, sondern der Umstand, dass Michelle Wie West ein ebensolches erwarten würde. Die fünffache LPGA-Tour-Siegerin suchte sich für die Veröffentlichung dieser wunderbaren Neuigkeit keinen gerade kleinen Ort aus. In der „The Tonight Show Starring Jimmy Fallon“ erzählte die 34-Jährige jüngst freimütig, dass sie schwanger ist. Die Erwartung war eigentlich, dass sie einerseits die Mizuho Americas Open promoten würde, andererseits ihre Show „Dream Big: The Michelle Wie Story“, die am 18. Mai auf dem US-amerikanischen Fernsehsender NBC ausgestrahlt wurde. Die fünffache US-Team-Teilnehmerin­ beim Solheim Cup (2009 bis 2017) war bekanntlich 2023 vom Profigolf zurückgetreten. Bereits 2020 war sie erstmals Mutter geworden, und Makenna Kamalei Yoona West spielt eine Schlüsselrolle. Der 4-jährige Sprössling erzählte im engeren Familien- und Freundeskreis nämlich schon herum, dass Mama noch einmal Mama wird. Jetzt saß sie dann also vor der Weltöffentlichkeit neben Jimmy Fallon, der einfach fragte: „Du hast etwas anzukündigen?“ Und Wie West antwortete kurz und freudig: „Ja, Baby Nummer zwei ist auf dem Weg.“ Fallon begrüßte das Kind im Bauche sehr freudig und fragte: „Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“ Sie verriet es, es wird ein Bub. Das macht also je ein Kind pro biologisches Geschlecht. Schlecht wird es den Kindern keinesfalls gehen. Erstens verdiente die Golferin 6,8 Millionen US-Dollar im Laufe ihrer Karriere, und ihr Ehemann Jonnie ist zudem der Sohn von NBA-Legende Jerry West und ebenfalls im Sportmanagement tätig. Alles gut, also!

Und noch ein Butzi

Einen Schritt weiter ist Scottie­ Scheffler schon, wenn man so will. Er ist seit kurzem Vater. Seine Frau Meredith brachte am 8. Mai einen kleinen Jungen zur Welt. Scheffler selbst machte drei Wochen Pause, eher er in Louisville, Kentucky, wieder abschlug. Das Vatersein bezeichnete er gegenüber Medienvertretern als „ziemlich wild“. Es sei aber nicht nur so, sondern „macht auch jede Menge Spaß … eine ziemlich aufregende Zeit“. Das sagte Scheffler in einer ­Pressekonferenz vor der 106. PGA Championship, in der er auch anmerkte, dass Caddie Ted Scott in der dritten Runde am Samstag fehlen würde. Scott muss dem Schulabschluss seiner Tochter beiwohnen. Der 27-jährige Golfer wurde mit Glückwünschen von anderen Profis überschüttet, als er sich zu Beginn der Woche in Valhalla auf das Turnier vorbereitete, und er wird auch vor der Herausforderung stehen, verschiedene Ratschläge durchzugehen. Gut, dass sich Scheffler auf seine Themen konzentrieren kann, sonst wäre er ja auch nicht so erfolgreich als Golfer. Aber: „Ich bin mir sicher, dass er mir bald Ratschläge geben wird, weil er in allem so gut ist“, lachte Kollege Max Homa. Doch Scheffler sprach auch ernste Dinge an, schließlich ist der Job des Vaters während Schwangerschaft, Geburt und in den Wochen danach enden wollend: „Ich finde es einfach wild, Meredith dabei zuzusehen, wie sie das durchmacht. Es ist einfach verrückt. Ich weiß nicht wirklich, wie ich es beschreiben soll, als ich sah, wie der kleine Kerl aus Meredith kam, und wir warteten, und es war eine Überraschung für uns, ob es ein Junge oder ein Mädchen werden würde. Ich bin froh, dass sie das durchgemacht hat und nicht ich. Ich weiß nicht, ob ich es geschafft hätte.“

Scottie Scheffler hat derzeit zu Hause viel zu tun, ist er doch Papa geworden.

Am anderen Ende

Ganz woanders in Sachen ­Beziehungen steht Rory McIlroy. Mitte Mai, am Montag, also nur drei Tage vor Beginn der PGA Championship, des zweiten ­Majors des Jahres, und frisch nach seinem jüngsten Sieg bei der Wells Fargo Championship am vergangenen Wochenende, soll der 35-jährige Star die Unterlagen zur Scheidung von seiner Frau Erica Stoll eingereicht haben. Das Kommunikationsteam von McIlroy bestätigte tags darauf, dass die Scheidung eingereicht wurde. Es betonte Rorys Wunsch, sicherzustellen, dass der Prozess „so respektvoll und freundschaftlich wie möglich“ verläuft. Gerichtsdokumente, die im Palm Beach­ County eingereicht und von der „Daily Mail“ erhalten wurden, besagten, dass ihre Ehe „unwiederbringlich zerbrochen“ sei. Der Nordire, dessen Karriereverdienst sich auf fast 69 Millionen Pfund (87 Millionen US-Dollar) beläuft, traf die 35-jährige gebürtige New Yorkerin Erica zum ersten Mal während eines Turniers in Illinois, bei dem sie für die PGA arbeitete.  Einige Monate nachdem er 2014 seine Verlobung mit Tennisstar Caroline Wozniacki­ gelöst hatte, kamen McIlroy und Stoll zusammen, bevor sie sich ein Jahr später verlobten. Das Paar, das die dreijährige Tochter Poppy Kennedy hat, die 2020 geboren wurde, schloss 2017 den Bund fürs Leben – oder eben
offensichtlich nicht.

Rory McIlroy ist bald nicht mehr verheiratet. Dabei sah alles so gut aus.

Abgeschlossen?

Mit demselbigen, also dem ­Leben, abgeschlossen hatten­ wohl schon einige Golfer in ­Missouri. Wie auf einem Online-Video auch festgehalten, wurden sie jüngst Opfer eines Tornados, der über den Platz fegte. Eine Gruppe befand sich am Nachmittag auf dem Payne’s Valley Golf Course, als extrem schlechtes Wetter und starker Wind einsetzten. In dem Video, das von einem Mann namens Paul Sundy aufgenommen wurde, ist zu hören, wie die Gruppe nervös auf ihre Umgebung reagiert und man als Reaktion auf den Wind „Oh s**t“ sagt. Dann ist zu sehen, wie der Wagen der Gruppe umkippt, als sie versucht, um eine Ecke zu biegen, was sie in Unordnung zurücklässt. „Alles in Ordnung?“ Ein Mann schreit, bevor sein Freund „Nein“ sagt. Der erste Mann sagt dann: „Wir müssen los“, und die Gruppe verlässt ihren Caddy und sucht Schutz unter einer nahegelegenen Brücke. In einem separaten Clip ist die Gruppe dann auf Felsen unter der Brücke sitzend zu sehen, während ein Mann der Gruppe zuruft, sie sollte  ihre Köpfe bedecken. Der Wind schien dann etwas nachzulassen, obwohl man eine Frau in der Gruppe über den Vorfall weinen hört. Es schien nicht so, als ob es ernsthafte Verletzungen gegeben hätte. Laut einer Website traf der Tornado um 15.50 Uhr kurzzeitig den Kurs. Berichten zufolge wurden auch Bäume beschädigt, und an einem nahegelegenen Flughafen soll der Strom ausgefallen sein. Die Golfer teilten der Website zudem mit, dass es keine vorzeitige Tornadowarnung gegeben habe. Man sieht also: Manchmal geht es im Leben um Kinder, dann um Scheidung und am Ende darum, dass man überhaupt noch am Leben ist.

Medianachweis: Sportcomm/Getty Images

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