Slow Play im Damen-Profigolf bleibt ein Dauerbrenner: Trotz Kritik von Stars wie Nelly Korda und Charley Hull kam es bei der Chevron Championship Ende April und jetzt bei der US Women’s Open wiederholt zu Trödeleien der enervierenden Art. Während die Schwedin Maja Stark auf dem anspruchsvollen Kurs von Erin Hills in Wisconsin ihr erstes Major gewann, bestimmte anfangs vor allem Charley Hull die Bilder. Genauer gesagt, deren offen zur Schau gestellter Frust über das Slow Play von Spielpartnerin Lexi Thompson. Amerikas Ikone des Vor-Nelly-Korda-Zeitalters spielte als Teilzeit-Ruheständlerin mit 30 Jahren ihre 19. „Offene Amerikanische“ und agierte vor allem rund um die Fahnen genauso betulich. Hull wiederum war darob derart angefressen, dass die Engländerin oftmals Thompsons letzten Putt gar nicht mehr abwartete, sondern zum nächsten Abschlag marschierte, um sich dort demonstrativ im Gras niederzulassen. Es fehlte bloß noch der Picknickkorb.
Später, nach verpasstem Cut, machte Thompson vor allem die voraus spielenden Flights für das Schneckentempo verantwortlich – und hatte damit durchaus einen Punkt. Insgesamt war das Feld der verbliebenen Teilnehmerinnen so langsam unterwegs, dass für neun Loch schon mal drei Stunden überschritten wurden. So erweisen die eigentlich technisch und schwungästhetisch für jeden Hobbygolfer vorbildlichen Proetten dem Damengolf einen Bärendienst.
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