Mit stattlichen 37 Austragungen zählt die BMW International Open im GC München Eichenried in Sachen Titel und Sponsorentreue mittlerweile zu einem der Urgesteine der DP World Tour. Kein anderes aktuelles Turnier auf der Tour kann eine derartig lange Partnerschaft vorweisen, ein Punkt, der das Event vor den Toren Münchens zu etwas ganz Besonderem macht. Warum die 37. Ausgabe in diesem Jahr ganz im Zeichen des „Adlers“ stand, erfahren Sie jetzt.
eagles für den freddy
Wer in seiner Amateurgolfkarriere schon einmal das Glück hatte, einen Eagle zu spielen, kennt das stolze Gefühl, das der Adler mit sich bringt. Auch bei den Profis ist der Schlaggewinn von gleich 2 Zählern gern gesehen und kann im Falle der BIO gleich mehrfach das Zünglein an der Waage spielen. Zum Beispiel im Falle von Freddy Schott, der sich mit einem Eagle auf Bahn 18 (Par 5) am Freitag auf 4 unter Par und damit genau auf der Cutlinie ins Wochenende spielte. Auch wenn er dort etwas Federn lassen sollte, konnte Freddy das Turnier am Sonntag unter dem großen Jubel der Zuschauer mit einer erneuten 3 an der 18 beenden.

der echt gemeine last-minute-eagle
Der Eagle von Quim Vidal am späten Freitagnachmittag ebenfalls auf Bahn 18 hatte dann eine noch größere Bedeutung, da der Spanier damit ebenfalls von 2 auf 4 unter Par sprang und die Grenze für die Qualifikation fürs Wochenende quasi in letzter Sekunde (auch sehr zum Leidweisen von Marcel Siem und gleich noch 14 weiteren Spielern) von -3 auf -4 anhob.
eagles für den local hero
Mit gleich zwei Adlern konte auch Lokalmatador Thomas Rosenmüller aufwarten, der mit Eichenrieds Chefcoach Ken Williams an der Tasche grandios aufspielte und das Turnier unter großem Jubel der Fans mit einer 3 beendete. „Es war eine spezielle Woche für mich mit Ken am Bag, und als wir auf der 18 zusammen Richtung Grün gegangen sind, sind wir beide schon ziemlich emotional geworden“, so Rosenmüller, der am Ende als bester deutscher Spieler auf einen ausgezeichneten sechsten Platz zurückblicken kann.
der eagle zum ersten tourtitel
Und da es sich noch nicht ausgeadlert hat, folgt jetzt der Eagle des Turniers. Denn in einem dramatischen Finale konnte sich auf der 18. Bahn ein gewisser Michael Hollick durchsetzen – und jetzt raten Sie mal, womit. Genau, mit einem Eagle. „Wenn man mit der Führung nach 3 Runden ins Bett geht, macht man sich natürlich seine Gedanken.
Ich war da schon stolz am Sonntag, eine Chance auf den Titel zu haben, und mir war klar, dass das Turnier sich auf den Backnine entscheiden wird. Und lustigerweise habe ich daran gedacht, wie es wäre, den Sieg mit einem Eagle auf der 18 zu holen“, so Michael Hollick, der den meisten Zuschauern bis zu dieser Woche wohl nicht einmal bekannt war. Das lag wohl auch daran, dass der Südafrikaner seine Schläger bereits 2022 an den Nagel gehängt und sich seitdem nicht mehr aufs Golfspielen, sondern aufs Golfunterrichten konzentriert hatte. „Ich unterrichtete in Durban und spielte ab und zu noch ein paar Turniere auf der Sunshine Tour, und das war okay für mich“, so Hollick. Doch dann kam 2024 Michaels erster Sieg bei der Zimbabwe Open, dem noch zwei weitere Titel folgen sollten. Mit Platz 7 im Ranking auf der Sunshine Tour 2025 schaffte Hollick eine Spielberechtigung für die DP World, absolviert im zarten Alter von 39 Jahren seine (Achtung!) Rookiesaison auf der DP World Tour und gewinnt jetzt mal eben die BMW International Open. Was für eine tolle Geschichte.

eagles for education
Genug über Adler? Nein, denn über die vielen Eagles in der Turnierwoche, 57 an der Zahl, freute sich am Ende auch die BMW Group mit ihrer Initiative Eagles for Education. Für jeden erzielten Adler spendete der Hauptsponsor 1.000 Euro für den guten Zweck und konnte somit stolze 57.000 Euro an Weltmeister Philipp Lahm und dessen Stiftung für Sport und Bildung überreichen.
brad dalke zeigt mal eben auf
Leider kein Kunststück für den guten Zweck in Eichenried gelang dem „YouTuber“ Brad Dalke. Dafür wusste der Amerikaner aber an den ersten beiden Turniertagen golferisch vollauf zu überzeugen, als er nach Runden von 69 und 65 sensationell in der Spitzengruppe lag. Für einen ehemaligen Top-Amateur und jetzt Content Creator, der noch nie auch nur einmal eine Murmel über einen bayerischen Golfplatz gejagt hat, ist das genau wie der geteilte 30. Rang im Endklassement schon sehr beachtlich.
es hat sich ausgeeagelt
Keinen Eagle spielte übrigens auch jeder der 58.000 Zuschauer, die sich in diesem Jahr trotz der üblichen Wetterkapriolen auf dem Gelände des GC Eichenried für die BMW International Open einfanden. Genauso wie Bernd Wiesberger, der als bester Österreicher auch ohne Eagle am Ende hervorragender Dritter wurde, und der 21-jährige Finn Kölle vom GC St. Leon-Rot, der bei seinem Tourdebüt als bester Amateur den Sprung unter die Top 30 schaffte.
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