Die Entwicklung des „Erholungs- und Kurbetriebs“ in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist eine der Wurzeln des Tourismus. Schnell gehörten Golfplätze zu den wesentlichen Attraktionen der wichtigsten Kurorte. 2021 verlieh die UNESCO den „Great Spa Towns of Europe“ Welterbe-Status. Die elf Städte werden seitdem in einer Liste mit Schloss Schönbrunn und dem Kölner Dom aufgeführt.
In Deutschland dürfen sich Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen mit dem Titel schmücken. Neben der prachtvollen Bäderarchitektur ist in Bad Kissingen expressis verbis auch der Golfplatz integraler Bestandteil des Welterbes. „Das ist sonst nur noch in Marienbad der Fall“, versichert Klubmanager Christian Keul zum 115. Geburtstag des Clubs. Am 23. August 1910 gegründet, ist er nach dem wenige Monate zuvor gegründeten Münchener GC der zweitälteste Bayerns. Bad Kissingen verfügt aber über den ältesten Platz. Am 18. Juli 1911 wurden auf 20 Hektar 9 Spielbahnen vom Premierminister der Südafrikanischen Union, General Louis Botha, eingeweiht. Der heutige 18-Loch-Platz existiert seit 1985 in seiner jetzigen Form, wobei mehrfach die fränkische Saale überspielt werden muss.
Der Titel Welterbe macht sich momentan noch nicht wirklich in der Klubkasse bemerkbar. Zwar tragen die Kurgäste einen Großteil zu den 3.500 Greenfeerunden pro Jahr bei, was aber angesichts von jährlich 1,6 Millionen Übernachtungen relativiert werden muss.
Medianachweis: © Klaus Pastor