Jon Stur

Rahm zockt um Ryder-Cup-Zukunft

Womöglich müssen die Europäer 2027 beim Ryder Cup im irischen Adare Manor ohne einen ihrer Besten auskommen: Jon Rahm zockt gerade mächtig um seinen eigentlich zementierten Platz in der europäischen Equipe für den nächsten Kontinentalwettbewerb. Die DP World Tour hat Rahm, seinem kongenialen Partner Tyrrell Hatton und sieben weiteren „Abtrünnigen“ eine Amnestie für die Saison 2026 der LIV Golf League angeboten, allerdings unter Auflagen: Alle ausstehenden Strafen müssen bezahlt und alle Einsprüche oder Berufungen dagegen zurückgezogen werden, die LIV’ler müssen bestimmte Tour-Events spielen und außerdem für PR- und Marketing-Aktivitäten zur Verfügung stehen.

Während Hatton und Co. angenommen haben, damit einen jahrelangen Streit beenden und Tour-Mitglieder bleiben, stellt sich Rahm stur. Der Spanier lässt es auf das Urteil des europäischen Schiedsgerichtshofs ankommen, nachdem er 2024 gegen die ursprünglichen Sanktionen der Tour Berufung eingelegt hatte und daher unter Vorbehalt, durch die Ableistung von Pflichtturnieren und schließlich per Captain’s Pick am Auswärtsauftritt von Luke Donalds Dutzend in Bethpage Black teilnahm. Sollte das Berufungsgericht die Disziplinarmaßnahmen der DP World Tour bestätigen, was nach bisherigen Entscheidungen mehr als wahrscheinlich ist, würde Rahm die Mitgliedschaft verlieren, wenn er nicht doch noch zahlt und eine Sperre absitzt. Und dann würde ihm für Irland selbst eine Wildcard von Donald des noch zu bestimmenden europäischen Teamchefs nicht helfen.

Über die Beweggründe des zweifachen Majorsiegers kann nur spekuliert werden. Möglicherweise sind ihm die zusätzlichen europäischen Turniere neben den 14 Events der LIV-Saison und den vier Majors zu viel. Dem Vernehmen nach liegen dem 31-Jährigen auch die rund drei Millionen Dollar an Bußgeld schwer im Magen, die ihm inzwischen von der DP World Tour aufgebrummt worden sind. Angesichts der kolportierten 450 Millionen Dollar Garantiegage für den Wechsel in die LIV-Liga scheint das einigermaßen unverständlich, um nicht zu sagen läppisch. Rory McIlroy hat im Zusammenhang mit der Honorardebatte im US-Team vor Bethpage Black gesagt, die Europäer würden notfalls sogar Geld dafür bezahlen, um bei einem Ryder Cup spielen zu dürfen. Für Jon Rahm gilt das offenbar nicht – so kann man sich täuschen.

Neben Hatton haben Laurie Canter, Thomas Detry, Tom McKibbin, Adrian Meronk, Victor Perez, David Puig und Elvis Smylie das Angebot der DP World Tour angenommen. „Die Freigaben gelten nur für die Saison 2026 und stellen keinen Präzedenzfall dar“, heißt es vonseiten der Tour.

Medianachweis: © Sportcomm/Getty Images

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