Ein leuchtendes Rosa ist die bestimmende Herbst- und Winterfarbe in Limassol an Zyperns Südküste. Von Anfang November bis weit in den März hinein machen tausende Große Flamingos am dortigen Akrotiri-See Station und bringen ordentlich Farbe ins Spiel. Zyperns größter Salzsee am Westrand der pulsierenden Hafenstadt ist dann auch das Ziel zahlreicher Birdwatcher aus aller Herren Länder.
In unmittelbarer Nähe, nur durch einen schmalen Eukalyptuswald vom Salzsee der Flamingos und anderer Zugvögel getrennt, entsteht gerade ein neues Refugium, das anderen Zweibeinern laut Werbung ein „Life in perfect balance“ verspricht, ein „Leben in perfekter Balance“. Im September wird dort, auf dem weitläufigen Gelände einer alten Zitrusplantage, das insgesamt fünfte Golfresort der Republik Zypern an den Start gehen: Limassol Greens.
Zweites Zypern-Projekt für Cabell B. Robinson
Exakt 67 Bunker wird der neue Championship Course zählen, dazu vier größere Seen und vier kleine Teiche, sodass an insgesamt acht Bahnen Wasser ins Spiel kommt. Zwar ist das Gelände, auf dem der von den Championship-Abschlägen 6400 Meter lange Platz entsteht, nahezu brettleben, doch Course-Designer Cabell B. Robinson hat dafür gesorgt, dass sich die Golfer auf sehr abwechslungsreiche, leicht hügelige Fairways und teils stark ondulierte Grüns freuen dürfen.
Immerhin war es der Amerikaner selbst, der die Qualitätslatte für sein neues Projekt auf der Insel extrem hoch gelegt hat. Zwar machte sich der inzwischen 83-jährige Robinson vor allem als „Doyen der Costa del Golf Designer“ einen Namen, indem er der südspanischen Sonnenküste um Malaga und Marbella einen ganzen Strauß herausragender Plätze wie Finca Cortesin, Valle Romano oder La Reserva de Sotogrande bescherte. Doch als eines seiner Meisterwerke gilt auch der Platz von „Aphrodite Hills“ auf Zypern, den Robinson vor mehr als zwei Jahrzehnten auf zwei Höhenzüge hoch über der Steilküste bei Paphos zauberte – nahe jenen mächtigen Felsbrocken, bei denen der griechischen Sage nach einst Aphrodite schaumgeboren den mediterranen Fluten entstieg.

Bewährtes Team
Vieles spricht dafür, dass sich die Erfolgsgeschichte wiederholt. Denn auf den Limassol Greens, die Aphrodite Hills als bislang südöstlichstes Golfresort Europas ablösen werden, ist ein eingespieltes, bewährtes Team am Werk: Nicht nur der Platzarchitekt ist derselbe wie vor einem Vierteljahrhundert nahe Paphos, der Stardesigner von der Costa del Sol wurde auch wieder von denselben Auftraggebern auf die östlichste Mittelmeerinsel gerufen, der Lanitis Group. Und der aus England stammende Golf-Pro Andrew Darker, der als Golf General Director die sportlichen Geschicke von Limassol Greens lenken wird, war bis vorigen Herbst rund 20 Jahre lang Sportdirektor in Aphrodite Hills.
Dass die vor allem in großen Bauprojekten engagierte Lanitis Group, die das „Aphrodite Hills“-Resort vor etlichen Jahren gewinnbringend veräußerte, gerade jetzt ein weiteres Golf- und Luxusimmobilien-Projekt an den Start bringt, kommt nicht von ungefähr. Nur wenige Kilometer östlich der Lanitis-Zitrusplantagen, auf denen die Greenkeeper gerade den Fairway-Rasen in Perfektion bringen, unmittelbar neben der historischen Altstadt Limassols, entstand in den vergangenen Jahren ein ultramoderner, luxuriöser Yachthafen, der den Vergleich mit dem berühmten Puerto Banus bei Marbella nicht zu scheuen braucht. Bauherr des gewaltigen Projekts, ebenso wie bei den futuristischen „Trylogy“-Wolkenkratzern an der palmengesäumten Uferpromenade, in denen gerade die höchsten Kauf- und Mietpreise von ganz Zypern aufgerufen werden: die Lanitis Group.
Junge Boomtown
Limassol ist seit Jahren Zyperns wichtigste Boom-Town mit starker internationaler Anziehungskraft, eine Stadt der großen Reedereien, der Finanzunternehmen, vor allem aber Standort zahlreicher Hightech-Firmen und Start-up-Companies. Und Limassol zählt zu den demografisch jüngsten Städten Europas, mit einem Altersdurchschnitt von knapp über 35 Jahren. Eine Stadt, in der viel gearbeitet und viel Geld verdient wird – und in der das Geld auf höchst angenehme Weise wieder ausgegeben werden kann: in hervorragenden und entsprechend teuren Restaurants und Bars, in exklusiven Nobelboutiquen, in denen neben Griechisch und Englisch auch viel Russisch und Chinesisch gesprochen wird, bei allerlei Vergnügungen am Lady’s Mile- und am Governor’s-Beach oder auf den Sonnendecks protziger Luxusyachten.
Junge, zahlungskräftige Aufsteiger vor allem aus der Hightech- und Finanzbranche zählen zur Kernzielgruppe für das Immobilienangebot von Limassol Greens. Entlang der Fairways sollen im Laufe der kommenden Jahre gut 250 Apartments und rund 500 luxuröse Villen mit beschwingten Typenbezeichnungen wie Kingfisher, Falcon oder Skylark – also Eisvogel, Falke bzw. Lerche – entstehen. Die ersten Villen wurden schon im April an die neuen Besitzer übergeben – für den Probelauf des versprochenen „life in perfect balance“.
Noch beherrschen schwere Trucks und Baumaschinen das Gelände von Limassol Greens. Überall wird noch gewerkelt, an Häusern, Straßen, Fairways und Grüns. Der Countdown läuft. Und man erkennt schon, dass sich farblich einiges ändern wird. Wenn im Spätherbst die großen Zugvögel wieder am Akrotiri-See landen, wird es in Limassol nicht nur eine, sondern zwei beherrschende Winterfarben geben – Flamingo-Rosa und ein sattes Fairway-Grün.
Medianachweis: © Wolfgang Weber, ©Wolfgang Weber