Lowrys Leid

„Ich hätte so gern für meine Tochter gewonnen“

Statur wie ein Bär, aber am Boden zerstört: Shane Lowry verspielte bei der Cognizant Classic in Palm Beach Gardens/Florida mit zwei Schlägen ins Wasser und zwei Doppelbogeys kurz vor Schluss den schon sicher geglaubten Start-Ziel-Erfolg am Finalsonntag. Es wäre sein vierter auf der PGA Tour gewesen. Mehr noch als Preisgeld und Pokal hätte sich der 38-jährige Ire freilich etwas anderes gewünscht – einen Erfolg vor den Augen der vierjährigen Tochter Ivy. „Ich wollte es nur für sie, alles andere ist mir egal. Sie mit ihrem wehenden roten Haar auf dem 18. Grün zu sehen, wäre das Schönste auf der Welt gewesen“, klagte Lowry hernach den Medienleuten sein Leid, während sich der Kolumbianer Nico Echavarria als unverhoffter Gewinner feierte. Mehr lesen Sie bei Golf Week: Wo Golf passiert.

Die Cognizant Classic war nicht Lowrys erstes final verstolpertes Turnier in diesem Jahr. Beim Dubai Invitational hatte er sich mit einem Doppelbogey auf dem Schlussloch vom Siegerpodest geschossen. Diesmal geriet er in die berüchtigte „Bears Trap“ des 2002 von Jack „The Golden Bear“ Nicklaus überarbeiteten The-Champion-Platzes im PGA National Resort, als er auf der 16 und der 17 jeweils den Abschlag nach rechts und ins Wasser verzog. „Irgendwie schaffe ich den letzten Schritt nicht. Ich hatte das Turnier in der Hand und habe es verspielt“, sagte Lowry und flüchtete sich in Sarkasmus: „In Dubai wurde ich geschlagen, aber jetzt habe ich mich selbst geschlagen. Ich werde langsam richtig gut darin.“ Stimmt wohl. Nur drei Siege sprangen bei den letzten 13 Schlussrunden heraus, die er als einer der Top-Drei angegangen war.

Dabei hatte der Champion Golfer of the Year in Palm Beach Gardens zuvor eine makellose Leistung geliefert. Lowry war erneut als Führender ins Finale gegangen und spielte vor den Augen seiner Familie – Ehefrau Wendy und den Töchtern Iris (8) und Ivy – zuerst tadellos auf, notierte vier Birdies und ein Eagle an der Zehn. „Ich dachte, ich hätte es geschafft. Ich dachte, ich würde gewinnen.“ Dann kam das Drama, das ihn zwei Schläge kostete, die am Ende auf Echavarria (31) fehlten, der sich mit 17 unter Par den dritten PGA-Tour-Titel sicherte. Doch die Schlussworte gebühren Lowry: „Das wird noch lange richtig wehtun.“

Medianachweis: © Sportcomm/Getty Images

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