Fulminante Aufholjagd ohne Happy End: Charley Hull ist das Gesicht des europäischen Damengolf – Lottie Woad hin, Esther Henseleit her. Bei der AIG Women’s Open im walisischen Royal Porthcawl untermauerte die 29-jährige Engländerin das auch wieder sportlich, als sie sich mit einer 66 am Moving Day und einer 69 am Finaltag bis auf den geteilten zweiten Platz vorspielte. „Zu Beginn der Woche wäre ich froh gewesen, überhaupt den Cut zu schaffen“, zeigte Hull Haltung trotz zwei später Bogeys und der vierten Top-Fünf-Platzierung bei einem Major seit 2016 – immerhin war sie bei der Evian Championship Mitte Juli noch wegen einer Virus-Infektion zusammengeklappt und von Sanitätern vom Platz getragen worden. In Wales fehlten am Ende bei neun unter Par genau jene zwei Schläge, um die zwischenzeitlich strauchelnde Spitzenreiterin Miyu Yamashita (-11) in ein Play-off zu zwingen und ihr den ersten Tour-Sieg streitig zu machen. So jubelte Japan zum zweiten Mal in dieser Saison nach Mao Saigos Chevron Championship, und übrigens zum insgesamt sechsten Mal in Nippons Golfhistorie.
Olympia-Silbermedaillengewinnerin Henseleit belegte auf dem ehrwürdigen Linkskurs am Bristol-Kanal den geteilten 23. Platz (Par). US-Star Nelly Korda wurde ebenso wie Titelverteidigerin Lydia Ko gar bloß geteilte 36. (+3) und musste anschließend nach 17 Monaten als Weltranglistenerste den Platz an der Sonne räumen. Neue Nummer eins ist Atthaya „Jeeno“ Thitikul (Thailand), die diesmal allerdings nur Rang T30 schaffte. Emma Spitz beendete das letzte Major des Jahres als geteilte 55.
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