Marschroute zum Masters

Wieder mal Warten auf Woods

Der Countdown läuft: Heute in zwei Wochen eröffnen die Honorary Starters Gary Player, Jack Nicklaus und Tom Watson mit ihren Ceremonial Tee Shots das 90. Masters. Doch schon jetzt bestimmt die Marschroute zum Auftakt-Major eines jeden Golfjahres die Schlagzeilen. Rory McIlroys Menü für das Champions Dinner im Augusta National Golf Club war bereits in aller Munde. Der mit erst einem Sieg in dieser Saison überraschend erfolglose Weltranglistenerste Scottie Scheffler hat sich vorübergehend in die Babypause verabschiedet. Paige Spiranac, die Social-Media-Blondine mit Drive und Dekolleté, hebt Buddy Bryson DeChambeau auf den Favoritenschild. Und Enfant terrible John Daly hat eine neue Wirkungsstätte für seine alljährliche Marketenderei gefunden. Bleibt noch Tiger Woods, der einmal mehr die Spekulationen und die Hoffnungen seiner Fans auf einen Masters-Start nährt.

13 Monate nach der x-ten Rücken-Operation ist der GOAT wieder im Spiel. Woods griff diese Woche beim Hallenspektakel TGL höchstpersönlich zum Schläger, um seinen Jupiter Links GC im zweiten Finalmatch der Simulatorsause gegen das Los-Angeles-Trio Justin Rose, Tommy Fleetwood und Sahith Theegala zu unterstützen. Im SoFi Center in Palm Beach Gardens/Florida muss er glücklicherweise keine 18 Loch laufen. Geholfen hat es nicht: LA gewann nach dem knappen 6:5 vom Montag tags darauf mit 9:2 auch das zweite der Best-of-Three-Matches und löste Atlanta Drive als TGL-Titelträger ab. Wenigstens sorgte Woods’ Auftritt für die dringend notwendigen TV-Quoten. Zuvor hatte Clubkamerad Kevin Kisner den Käpt’n angeflachst: „Bevor du beim Masters antrittst, musst du erst mal mit uns ran.“

Klar, dass der 15-fache Major- und fünffache Master-Sieger hernach mit Fragen zu einem möglichen 27. Auftritt in Augusta gelöchert wurde. Ja, er würde gern spielen, „weil ich dieses Turnier liebe“. Und ja, er versuche alles, um fit zu werden. Aber Konkretes könne er nicht sagen: „Dieser Körper erholt sich nicht mehr so wie im Alter von 24 oder 25. Manche Tage sind wirklich gut, andere nicht.“ So weit, so schwammig. Aber Woods hat ja noch Zeit, in der Spielerrubrik der Masters-App ist er jedenfalls gelistet. Eine andere Frist läuft dafür definitiv mit dem Trip nach Georgia ab, selbst wenn der nur dem Champions Dinner gelten sollte: Die PGA of America hat dem 50-Jährigen eine Art Ultimatum gestellt, um sich hinsichtlich der Übernahme des Kapitänsamts für den Ryder Cup 2027 im irischen Adare Manor zu erklären.

Sollte Woods das Wagnis Masters tatsächlich auf sich nehmen, wird er garantiert nicht zu den Favoriten zählen. Die Rolle hat einmal mehr Scottie Scheffler inne, wenngleich sich der zweifache Champion neuerdings ungewohnt unpräzise präsentiert, mit dem Material hadert und auch nervlich weniger robust wirkt. Scheffler selbst will nach sechs absolvierten Turnieren von einer Krise nichts wissen, verweist auf den Titel beim The American Express im Januar sowie zwei weitere Top-Fünf-Platzierungen und hat momentan sowieso andere Prioritäten: Ehefrau Meredith erwartet das zweite Kind, der fast zwei Jahre alte Hosenmatz Bennett kriegt ein Geschwisterchen, dafür verzichtet der Papa auf den eigentlich geplanten Start beim heute beginnenden Heimspiel Texas Children’s Houston Open.

Titelverteidiger McIlroy wird ebenfalls wieder ganz vorn geführt, Matt Fitzpatrick erfreut sich nach dem Gewinn der Valspar Championship gleichsam einer gewissen Beliebtheit bei den Buchmachern, und mal sehen, wie die endgültigen Quoten für Bryson DeChambeau ausfallen, der justament zwei LIV-Events hintereinander gewonnen hat. „Ich glaube, wir werden Bryson schon sehr bald im Green Jacket sehen“, verkündete dieser Tage Paige Spiranac im Brustton der Überzeugung, die mit DeChambeau schon mal das YouTube-Traumpaar gegeben hat und sowieso jede schlagzeilenträchtige Gelegenheit zur Wortmeldung ergreift. Vier Millionen Follower auf Instagram wollen halt bedient werden.

Das ist die perfekte Überleitung zu John Daly und dessen traditioneller Fan-Bespaßung während des Masters. Nachdem die Niederlassung des Fastfood-Anbieters Hooters abgerissen wurde, auf deren Parkplatz „The Wild Thing“ 28 Jahre Hof gehalten hatte, darf der 56-Jährige nun sein Wohnmobil vor der Topgolf-Anlage in Augusta parken, um Daly-Devotionalien feilzubieten, Daly-Dönekes zu erzählen und und und. Kurz: die komplette Daly-Dröhnung. 700.000 Dollar macht er damit angeblich jedes Jahr. Nicht schlecht, aber um die 55 Millionen Dollar wieder reinzuholen, die Daly nach eigenem Bekunden früher beim Glücksspiel verloren hat, muss er noch ein paar Jahre an der Straße stehen …

Medianachweis: © Sportcomm/Getty Images

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