Seit der Rückkehr des Golfsports ins Olympische Programm im Jahr 2016 konnten die Olympia-Zweifler nach nun mittlerweile drei Ausgaben (Rio 2016, Tokio 2021 und Paris 2024) eines Besseren belehrt werden.
Golf und Olympia passt zusammen. Das wurde im letzten Jahr bei den Bewerben im Le Golf National vor den Toren von Paris nur allzu deutlich, wo gerade die beiden Golfevents zu den bestbesuchten der gesamten Spiele gehörten. Und auch die Bedeutung für die Spieler nahm neue Dimensionen an. So flossen etwa bei den beiden Olympiasiegern Scottie Scheffler und Lydia Ko die Tränen der Freude – und das ganz ohne Preisgeld!
PROGRAMM ERWEITERT

Bei den nächsten Olympischen Spielen 2028 wird es im Golfsport nun sogar noch mehr Edelmetall zu gewinnen geben. Am 9. April gab das Internationale Olympische Komitee bekannt, dass bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles in verschiedenen Sportarten neue Medaillenchancen entstehen. Dazu gehört auch Golf, wo 2028 zusätzlich zu den im Riviera Country Club geplanten Einzelturnieren der Männer und Frauen ein Mixed-Team-Event ausgetragen wird. „Die Mixed-Events verkörpern die Gleichberechtigung der Geschlechter – Männer und Frauen treten im selben Team auf demselben Spielfeld für ihr Land an“, sagte IOC-Sportdirektor Kit McConnell auf einer Pressekonferenz. „Wir haben den großen Erfolg dieser [Mixed-Events] gesehen. Sie bieten den beteiligten Athleten etwas ganz Besonderes.“

Kurz nach der Verkündigung des IOC gab der Internationale Golfverband das konkrete Format des Mixed-Team-Events bekannt. Es folgt dem vorherigen Vorschlag der International Golf Federation (IGF): ein Zweier-Wettbewerb mit 16 Mannschaften über 36 Löcher, der eine Eröffnungsrunde im Klassischen Vierer (abwechselnder Schlag) und eine Schlussrunde im Vierball-Bestball beinhaltet. Die Mannschaften werden aus den 60 Männern und 60 Frauen ausgewählt, die sich bereits für das Einzelturnier qualifiziert haben, basierend auf der olympischen Golfrangliste. Pro Land gibt es nur eine Mannschaft.
WÜNSCHE ERFÜLLT
„Wir freuen uns riesig, dass ein Mixed-Team-Event ins Programm für Los Angeles 2028 aufgenommen wurde“, sagte Antony Scanlon, Geschäftsführer der IGF, in einer Pressemitteilung. „Golf war in Paris 2024 ein unglaublicher Erfolg, und da wir die Dynamik von Rio 2016 und Tokio 2020 weiter ausbauen, freuen wir uns, mit diesem zusätzlichen Format noch mehr Aufmerksamkeit auf unseren Sport zu lenken. Die Athletinnen und Athleten waren begeistert von ihrem Wunsch, mit ihren Landsleuten zu spielen, und wir freuen uns darauf, sie in Los Angeles gemeinsam antreten zu sehen.“
Die Mixed-Veranstaltung findet zwischen den Einzelwettbewerben der Männer und Frauen statt. Es ist das erste Mal seit den Spielen 1904 in St. Louis, dass es wieder ein olympisches Team-Golf-Event gibt.
TREND ZU MIXED
Neben Golf wird es in Los Angeles erweiterte Mixed-Wettbewerbe auch in den Disziplinen Bogenschießen, Leichtathletik (4 x 100 m Mixed-Staffel), Turnen, Rudern, Coastal Beach Sprint und Tischtennis geben.
Das IOC gab außerdem bekannt, dass erstmals in allen Mannschaftssportarten mindestens die gleiche Anzahl an Frauen- wie Männerteams vertreten sein wird. Im Wasserball werden zwei Frauenteams hinzukommen, sodass es nun zwölf Frauen- und zwölf Männerteams gibt. Im Fußball wird es mit 16 Frauenteams sogar mehr Frauenteams geben als Männerteams (12).
Das Mixed-Format bei Olympia wurde von vielen Seiten dringend herbeigesehnt. Anders als etwa beim Tennis, wo die vier Grand Slams parallel ausgetragen werden, treffen die besten Golferinnen und Golfer der Welt so gut wie nie aufeinander. Derzeit veranstalten die PGA Tour und die LPGA Tour lediglich im Dezember in der Off-Season ein inoffizielles Mixed-Team-Event, das Grant Thornton Invitational, das sich bei den Athletinnen und Athleten jedoch großer Beliebtheit erfreut.
In drei Jahren wird es in L.A. dann aber um olympisches Edelmetall gehen. Man darf sich schon jetzt auf gemeinsame Olympia-Auftritte von Nelly Korda und Scottie Scheffler, Leona Maguire und Rory McIlroy, Linn Grant und Ludvig Åberg oder Charley Hull und Tommy Fleetwood freuen. Für Deutschland könnten dann die „Silberne“ Esther Henseleit und Stephan Jäger sowie für Österreich Sepp Straka und Emma Spitz auf Medaillenjagd gehen.
Medianachweis: © Sportcomm/Getty Images, IGF