Die Runde, über die alle sprachen, spielte er bereits am Freitag. Gewonnen hat Lars van der Vight das Turnier jedoch erst am Sonntag. Bei der German Challenge powered by VcG im Wittelsbacher Golfclub bei Neuburg an der Donau sicherte sich der 23-jährige Niederländer seinen ersten Titel auf der HotelPlanner Tour. Mit 17 unter Par lag er am Ende einen Schlag vor dem Franzosen Julien Sale und zwei vor seinem Landsmann Wouter de Vries sowie dem Australier Quinton Croker.
Der Grundstein für den Sieg war allerdings schon zwei Tage zuvor gelegt worden. In der zweiten Runde schrieb van der Vight Tourgeschichte: Er spielte 59 Schläge, elf Birdies und ein Eagle, ohne ein einziges Bogey zu machen. Zum erst fünften Mal überhaupt blieb ein Spieler auf der HotelPlanner Tour unter der magischen Marke von 60 Schlägen. „Ich wusste gar nicht, wie ich mich fühlen soll“, sagte van der Vight anschließend. „Der Putt auf der 18 war zwar nur knapp 60 Zentimeter lang, aber er fühlte sich eher wie fünf Meter an.“
Die 59 war nur die halbe Miete
Der Rekord brachte ihm die Führung, aber noch keinen Pokal. Nach der 59 folgten eine 72 und eine 70 – plötzlich war das Turnier wieder offen. Vor allem Julien Sale setzte den Niederländer am Sonntag unter Druck und verkürzte den Rückstand kontinuierlich. Aus dem Spaziergang wurde ein Arbeitstag. Van der Vight hielt dagegen und brachte seine Führung mit einer Schlussrunde von zwei Schlägen unter Par ins Clubhaus. Das Kuriose dabei: Der Sieger spielte keine einzige Runde in den Sechzigern. Seine ungewöhnliche Siegerbilanz lautete 70, 59, 72, 70. „Ich bin wirklich stolz darauf, wie ich mich am Wochenende durchgekämpft habe“, sagte van der Vight. „Mein Spiel hat sich in den vergangenen Monaten in die richtige Richtung entwickelt.“
Long bester Deutscher
Aus deutscher Sicht sorgte vor allem Hurly Long für ein Spitzenergebnis. Der 30-Jährige beendete das einzige deutsche Turnier der HotelPlanner Tour mit 13 Schlägen unter Par auf dem geteilten fünften Platz und lag damit vier Schläge hinter dem Sieger. Die Schlagzeilen der Woche gehörten jedoch van der Vight. Nicht nur wegen seines Sieges, sondern auch wegen einer Runde, die auf der HotelPlanner Tour bisher nur wenige gespielt hatten. Seit diesem denkwürdigen Freitag hat er im Wittelsbacher Golfclub eigentlich schon einen Spitznamen, sicher: Mr. 59.
Medianachweis: © DGS