Scottie Scheffler, wer sonst! Der Weltranglistenerste aus Texas wurde gestern erneut zum Spieler des Jahres auf der PGA Tour ausgerufen – und Rory McIlroy guckt trotz der selbstverkündeten erfolgreichsten Spielzeit seiner Karriere in die Röhre. Der im Vorfeld ein bisschen zum Duell stilisierte Saisonvergleich zwischen den besten Golfprofessionals der Welt war vermutlich gar keins beim Votum der aktiven Tour-Mitglieder. Scheffler doppelt schlichtweg McIlroys Meriten: Er entschied die PGA Championship zu seinen Gunsten und schwang sich ausgerechnet bei der Open Championship in Rors‘ „Vorgarten“ Royal Portrush zum Champion Golfer of the Year auf, dazu kommen weitere vier Tour-Siege. Der Nordire hat dem „bloß“ den Masters-Triumph im Augusta National Golf Club sowie zuvor das AT&T Pebble Beach Pro-Am und die Players Championship entgegensetzen.
Es ist Schefflers vierter Jack Nicklaus Award in Serie. Eine solche Strecke hat bislang nur Tiger Woods geschafft (1999 bis 2003). Doch falls jetzt wieder die meist ziemlich hinkenden Vergleiche auftauchen: Der GOAT war insgesamt elf Mal Player of the Year (POTY), da muss sich Scheffler noch ordentlich strecken. Wie auch immer: Die erneute Würdigung ist mehr als verdient, nicht nur wegen der zwei weiteren Majors für den bereits zweifachen Masters-Champion. Scheffler ist in nahezu jeder Schlagstatistik der PGA Tour mindestens ganz vorn dabei, führt die meisten Rankings sogar an. Er war und ist der Spieler mit der größten Konstanz.
McIlroy wiederum darf nach verpasstem POTY noch auf SPOTY hoffen, die Ehrung als britische Sports Personality of the Year, die von der BBC vergeben wird. „Wann, wenn nicht jetzt?“, hat McIlroy dazu nach dem siebten Gewinn des Race to Dubai gesagt. Doch auch hier ist der 36-Jährige trotz Green Jacket, komplettiertem Karriere-Grand-Slam, Irish-Open-Gewinn und Auswärtssieg im Ryder Cup alles andere als konkurrenzlos. Vor allem die englischen Lionesses Hannah Hampton und Chloe Kelly als amtierende Fußball-Europameisterinnen und der frisch gekrönte Formel-1-Weltmeister Lando Norris dürften „Rors“ gefährlich werden. Allerdings gehen Golfer bei der SPOTY-Wahl schon fast traditionell leer aus. Als bislang letzter wurde Sir Nick Faldo zu Großbritanniens Sportler des Jahres gewählt. Das war 1989. Ansonsten klappt’s ja vielleicht im Team: Kapitän Luke Donald und das europäische Dutzend von Bethpage Black sind ebenfalls nominiert.
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