Manche Menschen finden ihren Weg erst spät. Bettina Ortner-Zwicklbauer kannte ihren schon als Kind. Nicht, weil ihr jemand einen fertigen Lebensplan vorlegte, sondern weil dieses Haus immer Teil ihres Lebens war. Das heutige Ortner’s Resort war für sie nie nur ein Betrieb. Es war Zuhause, Arbeitsplatz, Familie und irgendwann Verantwortung.
Schon als kleines Mädchen war sie mitten im Geschehen. Während andere Kinder vielleicht noch am Frühstückstisch saßen, half sie bereits mit, das Frühstück vorzubereiten, Gäste zu beobachten und Abläufe zu verstehen. Dieses Haus war ihr Spielplatz, ihr Lernort und später ihr Lebenswerk.
Dass sie es einmal übernehmen würde, war für sie früh klar. Bettina Ortner-Zwicklbauer hat die Hotellerie nicht gesucht, sie ist mit ihr aufgewachsen. Genau darin liegt die Kraft, mit der sie das Resort heute führt. Sie kennt die schönen Seiten des Gastgeberseins, aber auch die Arbeit dahinter: frühe Stunden, kleine Handgriffe und Verantwortung für Menschen, die ankommen und sich wohlfühlen sollen.
persönliche Fragen an Bettina Ortner-Zwicklbauer
1. 1948 bis heute – was würde dein Großvater sagen?
GW: Wenn dein Großvater heute durch das Resort gehen würde: Worauf wäre er stolz, worüber würde er schmunzeln und wo würde er vielleicht sagen: „Bettina, das ist jetzt aber sehr du“?
Bettina: Mit Stolz würde er auf den Vierseithof blicken – auch wenn er sich zwischen Restaurant 1846, Seeterrasse, Garten und Bio-Schwimmteich wohl kaum noch zurechtfinden würde; die Hofkapelle jedoch hätte er sofort erkannt.
2. Die 13 gehört zu euch
GW: Die Zahl 13 spielt bei euch eine Rolle.Ist das für dich ein kleines Zeichen, ein Familiencode, ein Glücksbringer oder einfach eine Geschichte, die zu eurem Haus gehört?
Bettina: Die “13” ist unsere persönliche Glückszahl, weil mein Mann Martin und ich an einem Freitag, den 13. geheiratet haben und unsere Tochter Sophia auch an einem 13. geboren ist.
3. Und dann ist da noch der 27.
GW: Auch der 27. taucht bei euch immer wieder auf. Was verbindest du mit diesem Datum – und gibt es Momente, in denen du denkst: Manche Dinge fügen sich einfach?
Bettina: Die “27” ist neben der “13” eine weitere Glückzahl, weil meine geliebte Uri (Uroma) und auch unser Sohn Martin, Geburtstag haben.
4. Quirlig, stylish und sehr lustig
GW: Du hast einen tollen Stil, Humor und bist dennoch bodenständig. Wie schafft man es, dass ein 5-Sterne-Haus genau diese Mischung aus Eleganz und echter Menschlichkeit bekommt?
Bettina: Ich würde sagen, es spiegelt meinen Charakter wider: In all den Jahren habe ich meine Bodenständigkeit und Herkunft nie vergessen und bin tief mit unserer Familiengeschichte verwurzelt. Gleichzeitig bin ich gerne modisch und lässig unterwegs – manchmal sogar ein wenig zu verrückt, zumindest in den Augen meines Mannes.
5. Wo im Haus ist Bettina pur?
GW: Wenn du mir eine Ecke, einen Raum, ein Detail oder einen Lieblingsplatz zeigen müsstest, der ganz klar deine Handschrift trägt: Was wäre das – und warum?
Bettina: Den Wirt z’Füssing – unser wunderschönes Gasthaus im Stile eines urigen Bauernhauses liebe ich ganz besonders. Hier gibt es z.B. eine besonders edle Zirbenstube, die Martin’s Stube. An der handgeschnitzten Decke sind sogar die Initialien von meinem Ehemann Martin und mir zu entdecken. Darüber hinaus denke ich hier immer gerne an schöne Feierlichkeiten zurück.
6. Kleinigkeiten sind bei dir keine Kleinigkeiten
GW: Du hast ein Auge für Details. Was fällt dir in fünf Sekunden auf, was andere vielleicht gar nicht sehen – und warum sind genau diese Kleinigkeiten im Hotelalltag so entscheidend?
Bettina: Ich bin jemand, der die Kissen aufschüttelt, die LED-Kerzen mit neuen Batterien bestückt und die Bücher noch einmal liebevoll in Szene setzt. Und oft zupfe ich auf meinem Weg durchs Haus oder den Garten hier und da eine Blüte oder ein Blatt ab – meist habe ich am Ende mehr in der Hand, als ich ursprünglich vorhatte. Diese Liebe zu den kleinen Dingen macht mir Freude, und genau dieses Gefühl möchte ich auch unseren Gästen mitgeben. Ein Gast sieht einfach alles!
7. Was darf bei euch nie verloren gehen?
GW: Ein Haus kann wachsen, moderner werden, stylischer werden. Aber was muss immer bleiben, damit es sich noch nach Ortner’s anfühlt?
Bettina: Es ist die familiäre Herzlichkeit, das ungezwungene “Du” im gesamten Haus und dieses besondere Dolce-Vita- Flair, das im Ortner’s überall spürbar ist.
8. Die schönen Bilder sieht man. Die Arbeit dahinter weniger.
GW: Von außen wirkt vieles leicht: schöne Räume, gute Stimmung, glückliche Gäste. Was ist die größte Herausforderung, die man als Gast nicht sieht – die dich als Unternehmerin aber wirklich fordert?
Bettina: Die größte Herausforderung ist für mich, die vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten in meinem O’Team Tag für Tag zu begeistern, zu motivieren und gemeinsam zu Höchstleistungen zu führen. Gleichzeitig möchte ich selbst nie aufhören zu lernen, neugierig zu bleiben und mich weiterzuentwickeln – und das an 365 Tagen im Jahr.
9. Dein Umfeld als Kraftquelle
GW: Du sagst, dass dir dein Umfeld extrem wichtig ist. Welche Menschen oder welche Art von Energie brauchst du um dich, damit du mutig entscheiden und trotzdem bei dir bleiben kannst?
Bettina:Die Natur und der Sport in der Natur, unbedingt das Element Wasser und ich umgebe mich privat nur mit Menschen, die mir gut tun und positive Vibes verbreiten.
10. Platzreife vor drei Jahren – und dann?
GW: Du hast vor drei Jahren die Platzreife gemacht, seitdem aber kaum gespielt. War das Leben schneller als der Golfkalender – oder ist Golf für dich genau deshalb spannend, weil man sich irgendwann bewusst Zeit dafür nehmen muss?
Bettina:Vielleicht habe ich irgendwann etwas mehr Zeit für diesen schönen, wenn auch recht zeitintensiven Sport. Die Platzreife kann mir schließlich niemand mehr nehmen und ich kann jederzeit wieder daran anknüpfen.
11. Kraftquelle?
GW: Wenn bei dir alles gleichzeitig läuft: Betrieb, Familie, Entscheidungen, Menschen – was holt dich privat am schnellsten wieder runter? Ruhe, Musik, Natur, Lachen, ein Glas Wein, ein Spaziergang?
Bettina: Die kühle Erfrischung am Morgen beim Schwimmen und natürlich auch gute Musik.
12. Ortner’s Golf Open – mehr als ein Turnier?

GW: Bei den Ortner’s Golf Open geht es nicht nur um Scorekarten. Welcher Moment bei diesem Event bleibt dir hängen – und was soll dieses Turnier über euer Haus erzählen?
Bettina: Ich denke, mein Direktor Christian und ich haben unser ganzes Herzblut in dieses Turnier gesteckt. Dank perfekter Vorbereitung und Organisation war es einmal mehr ein voller Erfolg. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das gemeinsame Revuepassierenlassen eines langen, aber wunderschönen Turnier-Tages. Und natürlich mein spontaner Sprung auf die Luftmatratze im Bio-Schwimmteich – ein kleiner Moment des Glücks, den zum Glück keiner unserer Gäste mitbekommen hat. 😉 Eine typische Bettina Aktion! 😉
13. Der eine Satz
GW: Wenn jemand nach ein paar Tagen bei euch abreist und nur einen Satz über Ortner’s sagt: Welcher Satz wäre für dich das schönste Kompliment?
Bettina: Wir hatten die perfekte Auszeit bei Ihnen im Resort und bereits jetzt schon haben wir wieder Sehnsucht nach Ortner’s


Liebe Bettina, danke für das schöne und persönliche Interview. Schon nach kurzer Zeit bei euch spürt man: Ortner’s ist kein Ort, den man einfach besucht – sondern einer, an den man gerne zurückdenkt 🙂
Medianachweis: Ortners