Strom und Heizung waren noch nie umsonst, aber der Krieg in der Ukraine hat die Energiekosten in Europa nochmal in die Höhe getrieben. Gleichzeitig ist uns allen klar geworden, dass wir nicht länger von russischem Erdgas abhängig sein wollen. Deshalb ist eine Energiequelle in den Vordergrund gerückt, die nicht neu ist: Sonnenenergie bzw. deren technische Umsetzung durch Photovoltaik-Anlagen (im Folgenden PV-Anlagen). Energiekosten, die man erst gar nicht zahlen muss, sind die beste Ersparnis. Egal ob PV-Installation im Golf-Resort oder privat: Wir zeigen dir hier, wie’s geht.
Golf-Resorts in Deutschland und Österreich ganz vorn
In Österreich sind die Golf-Resorts Kremstal, der GC Salzkammergut und der GC Dilly Vorreiter. Der Diamond Country Club ist schon in Sachen Biodiversität und E-Mobility unterwegs und wird dies demnächst mit PV-Anlagen zur Deckung des eigenen Strombedarfs ergänzen. In Deutschland haben sich die Resorts GC Hubbelrath/Düsseldorf, GC Mühlheim an der Ruhr, GC Schloss Miel, GC Am Habsberg, G&CC Seddiner See, Gut Wissmannshof, Erlangen, Fürth, Bad Saulgau, Überlingen-Owingen Adendorf, Gleidingen, Schloss Reichmannsdorf und GC Abenberg für Nachhaltigkeit zertifizieren lassen. Interessant ist hier der Golfplatz St. Urbanus in Köln mit 216 Sharp-Modulen auf den Wirtschaftsgebäuden des Golfplatzes. Die Anlage produziert insgesamt 62.000 kW/h pro Jahr und deckt damit 43% des Eigenbedarfs. Die Betreiber rechnen mit einer Amortisation nach 10 Jahren. Ein anderes Beispiel aus Süddeutschland ist der Allgäuer Golf & Landclub Ottobeuren, in dem das Dach der Caddie-Halle mit PV-Anlagen bestückt wurde, die im Jahr 2019 insgesamt 55.000 kW/h produzierten, wovon 38.000 kW/h selbst verbraucht wurden für E-Trolleys, Elektro-Carts, die E-Tankstelle etc. Fahren Sie doch einfach mal hin und schauen Sie sich eine von diesen Pionier-Anlagen an!
PV-Anlagen fast überall
Wie kann man dieses enorme Potenzial nutzen? PV-Anlagen können installiert werden auf Freiflächen, auf Gebäudedächern, an Gebäudewänden, am Balkongeländer, auf der Terrasse, auf Straßen und Wegen als Bestandteil des Straßenbelages, auf Fahrzeugdächern, und das alles sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich.
Es gibt in Österreich 156 Golf-Resorts mit 94.012 erwachsenen Mitgliedern und in Deutschland 727 Anlagen mit 594.783 erwachsenen Mitgliedern. Das sind in der Summe knapp 690.000 Sportler, die nicht nur eine Golfanlage nutzen, sondern auch privat in einem Gebäude mit Dach, eventuell auch mit Garten, Balkon und/oder Terrasse wohnen. Dies alles bietet ein gewaltiges Potenzial für PV-Installationen.
Ideal für Freiflächen und Gebäudedächer
Wenn man 18-Loch-Plätze als Beispiel nimmt, dann umfassen die kleinsten Anlagen 125 Hektar, die größten 150 Hektar, d.h. es gibt hier enorme Freiflächen und Gebäudedächer, die der Golfsport für PV-Energie nutzen kann. Selbstverständlich kann nicht die gesamte Freifläche mit PV-Modulen bestückt werden, sondern nur ein Teil der 50 % der Gesamtfläche, die nicht zum Golfbetrieb genutzt wird. Die PV-Module dürfen den Golfern und vor allem den Bällen nicht im Weg stehen. PV-Anlagen müssen außerhalb von Waldflächen mit möglichst großer Sonneneinstrahlung aufgestellt werden, um eine möglichst hohe Leistung zu erreichen.
Noch mehr mit Fördermitteln
Die Zukunft wird zeigen, was technisch noch alles möglich ist und welche Nutzungsmöglichkeiten die Forschung für PV-Energie entwickelt.
In der nächsten Golf Week-Ausgabe geht es weiter mit der praktischen Umsetzung deines PV-Golfplatzes: Freue dich auf Infos zu Planung, Installation, Fördermitteln und vieles mehr.
Infos
Golfmarkt Deutschland
www.sommerfeld.de
Golfmarkt Österreich
www.golfresort-kremstal.at
www.salzkammergut-golf.at
www.dilly.at
www.countryclub.at
www.sankturbanus.golf
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