PV-Anlagen auf dem Grün – Teil 2

In Teil 2 unserer Reihe zur Nachhaltigkeit im Golfsport informieren wir über alles Wichtige zur Planung und Installation von PV-Anlagen sowie zu Fördermöglichkeiten.

Du kannst von den Erfahrungen und der Hilfe anderer PV-User profitieren. Denke immer daran, dass du nicht der Erste bist, der PV-Energie nutzen möchte. Deine Vorgänger haben das auch geschafft. 

Deine IHK oder die Wirtschaftsförderung in deinem Bundesland hält Adressen mit Energieberatern für dich parat. Wirtschaftsverbände sind ebenfalls gute Ansprechpartner.

Auch die Automobilverbände haben den Zusammenhang zwischen Mobilität, Stromverbrauch und Wohnen längst erkannt. Da immer mehr Mitglieder mit dem eigenen E-Auto unterwegs sind oder auch gewerbliche E-Nutzfahrzeuge einsetzen, informieren der ADAC und auch der ÖAMTC darüber, wie man beim Laden der E-Fahrzeuge sparen kann, z.B. auch durch die Installation von PV-Anlagen. 

Wie kann ich PV-Anlagen selbst installieren?

Mit sog. „Balkonkraftwerken“ – auch „Steckersolargeräte“ genannt – kann sich jeder, egal ob Mieter oder Eigentümer, PV-Module mit wenigen Handgriffen am Balkongeländer oder auf der Terrasse installieren. Rechtliche Voraussetzung: Bei Mietobjekten muss der Vermieter oder die Wohnungseigentümergemeinschaft der Installation vorab schriftlich zugestimmt haben.

Die Maße von Photovoltaikmodulen für private PV-Anlagen können variieren zwischen 1680 und 1860 mm Länge und 900 bis 1130 mm Breite. Als Standardgröße für PV-Module gelten heute die Abmessungen von rund 1700 x 1100mm – also 1,7m Höhe und 1,10m Breite.

Solarpanels mit Glasabdeckung dürfen übrigens nicht in über vier Metern Höhe außen befes­tigt werden, sondern nur leichte Kunststoffmodule. Die lokalen Bauvorschriften sollten hier geprüft werden.

PV-Strom direkt vom  Baumarkt

Einige Baumärkte bieten inzwischen PV-Anlagen an. Nach dem Motto „Do it yourself“ bekommt der Käufer an der Kasse nicht nur ein großes Paket mit dem PV-Modul und Zubehör in die Hand gedrückt, sondern auch eine Betriebsanleitung mit Informationen und Hinweisen für die Installation der Anlage. Neulinge auf dem Gebiet sollten sich aber überlegen, ob diese kleine Broschüre als Anleitung wirklich ausreichen wird. 

Mit vier Händen kein Problem

Zusätzlich gibt es auf YouTube Videos mit Anleitungen für die Installation. Egal welche Informationsquelle man nutzt: Vier Hände sollten es mindestens sein, die mit anpacken. 

Schrauben unter Anleitung beim ersten Gewerk ist empfehlenswert: Hier gibt es inzwischen auch Hochschulen mit engagierten Institutsleitern und Studenten, die gerne ihr Wissen an Privatleute in sog. „Stecker Solaranlagen Workshops“ weitergeben. 

Die lokalen Stadtwerke haben ebenfalls das Potenzial der PV-Energie schon lange erkannt und bieten Workshops oder Informationen auf Messen zu den Themen Anbieter, Kosten, Installation und Wartung der PV-Anlagen an.

Wer hilft mir bei der Installation größerer PV-Anlagen?

Natürlich kann man sich auch direkt an einen Profi wenden. Wenn du IHK-Mitglied bist oder den Strom vom örtlichen Stadtwerk beziehst, erhältst du dort Informationen und Adressen von kompetenten Handwerksbetrieben, z.B. für Dachinstallationen Dachdecker und Elektriker.

Bei größeren Installationen auf Gewerbedächern und Freiflächen bieten sich Projektunternehmen an: Goldbeck Solar GmbH (www.goldbecksolar.com), Hamacher GmbH (www.hamacher-solar.de), Otovo GmbH (www.otovo.at), KPV Solar GmbH (www.kpv-solar.com)

Wie viel kostet der Spaß? 

Die Kosten für die PV-Anlage variieren je nach Anzahl, Größe und Qualität der PV-Module. Schauen wir uns die kleinste Variante an: Für eine Balkon-PV-Anlage muss man mit 500 Euro bis 1000 Euro rechnen.

Einsparungen bis 180 Euro pro Jahr

Dieser Investition steht die Kos­teneinsparung gegenüber, die sofort mit Inbetriebnahme beginnt: Je besser die Anlage in Hinblick auf Verschattung, Ausrichtung, Neigungswinkel und Sonneneinstrahlung errichtet wird, desto höher der Ertrag. Logisch, dass PV-Anlagen in südlichen Gefilden mehr Stromgewinnung aufweisen als im Norden. 

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin rechnet für ein 600-Watt-System an einem Süd-Balkon ohne Verschattung mit 400 bis 600 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem Preis von 30 Cent je Kilowattstunde für Haushaltsstrom vom Versorger lassen sich somit theoretisch bis zu 180 Euro pro Jahr sparen. Praktisch ist es kaum machbar, den Solarstrom immer dann komplett zu verbrauchen, wenn er entsteht. Mit einer Mini-Solaranlage lässt sich in jedem Fall der Stand-by-Verbrauch der Elektrogeräte zu Hause (Kühlschrank, Router usw.) meistens decken.

Amortisation nach drei bis fünf Jahren

Für Ein-Personen-Haushalte geht es noch kleiner und güns­tiger: Ein 800-Watt-Komplettset mit Kabeln, Wechselrichter, zwei Modulen und Halterung kostet rund 400 bis 700 Euro. Einem Single-Haushalt mit niedrigem Verbrauch reicht oft eine 400-Watt-Anlage ab 200 Euro.

Die Kosten für diese Mini-PV-Anlagen amortisieren sich nach drei bis fünf Jahren. Auch gut zu wissen, dass gepflegte und auch regelmäßig gereinigte Solar-Anlagen 20 bis 30 Jahren halten können. Die Herstellergarantie für Wechselrichter beträgt zehn bis 15 Jahre.

Fördermittel von EU bis lokal

Ganz ohne Eigenkapital wird es bei größeren PV-Anlagen nicht gehen, aber auch zahlreiche Fördermittel werden angeboten: Für Balkon-PV-Anlagen kann man je nach Wohnort und Wattzahl eine Fördersumme zwischen 50 Euro und 500 Euro erhalten. Mehrwertsteuer fällt für Mini-Solaranlagen nicht an. 

Hier kommen einige Ansprechpartner mit Förderprogrammen: Als EU-Mitgliedstaaten profitieren Deutschland und Öster­reich vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie von Europäischen Sozialfonds (ESF). Bei beiden Programmen steht nicht die Sportstättenförderung im Vordergrund, sondern die regionale Entwicklung. Wenn Golfressorts also Förderanträge für PV-Installationen beim EFRE oder ESF stellen möchten, müssen sie die Bedeutung der erneuerbaren Energien als Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum darstellen. Mit Hilfe eines erfahrenen Beraters kann dies gelingen.

Fördermittel für Golfanlagen und andere Sportstätten

In Nordrhein-Westfalen gibt es z.B. das Sportstättenförderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“, das Investitionsmaßnahmen auch zur energetischen Ertüchtigung in Sportstätten und Sportanlagen in NRW unterstützt. So erhielt der Golfclub Salzgitter eine fünfstellige Summe zur Sanierung seiner Grünflächen. Einige Golfclubs, wie z.B. der Golfclub CityGolf Rosenheim, schwören auf sog. „Crowdfunding“, andere auf das „Crowdinvesting“ oder Darlehen der Golfclubmitglieder für ein spezielles Projekt.

Checkliste – Nichts vergessen?

  • Planung? Wo, wie viele, wann Installation der PV-Anlagen?
  • Steering Team? Wer ist wofür zuständig?
  • Best Buddies? Wer unterstützt uns mit welchem Service?
  • Finanzen? Wie viel zahlen wir? Wie viel zahlt die Bank? Fördermittel beantragt?
  • Mitglieder informiert? Versammlung, Infoabend, Rundbrief?

Fazit und Ausblick

Die Installation von PV-Anlagen ist kostengünstiger, wenn man sie mit E-Ladesäulen kombiniert. In der nächsten Ausgabe geht es darum, wie E-Mobilität auf dem Golfplatz eingesetzt wird und gleichzeitig auch noch gut für die Umwelt ist.

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