Er mag nicht der beliebteste Akteur auf dem Golfglobus sein – aber: Patrick Reed ist derzeit das heißeste Eisen im Profibusiness. Fünf Euro ins Phrasenschwein. Sagen wir es besser so: Der 35-jährige Amerikaner spielt aktuell definitiv die heißesten Eisen. Rot glühende geradezu. Binnen drei Wochen gewann Reed auf der DP World Tour die Dubai Desert Classic, verlor die Bahrain Championship erst im Stechen und feierte jüngst beim Qatar Masters einen Start-Ziel-Sieg. Seit gestern steht der Masters-Champion von 2018 damit auf Platz 17 der Weltrangliste, seine beste Platzierung seit 2021. Er ist – Stand jetzt – auch für die drei anderen Majors 2026 spielberechtigt und darf überdies schon mit einem der zehn Tickets für die PGA Tour liebäugeln, die am Ende der Saison im Rahmen der Strategischen Allianz vergeben werden. All das schon zu diesem frühen Zeitpunkt des Jahres: Was für ein Einstand des LIV-Abgängers!
„Diese kleine Erfolgsserie mit zwei Titeln und einem zweiten Platz ist fantastisch. Wir hätten uns nichts Besseres wünschen können“, sagte Reed, der nach dem Erfolg in Katar mit 2.259 Punkten das Ranking des europäischen Circuits anführt und bereits mehr Zähler fürs Ticket in die USA beisammen hat als der Letzte dieser Wertung 2025. Reed hat aber noch ein anderes Ziel im Visier. Er will es Landsmann Collin Morikawa gleichtun, der 2021 das Race to Dubai gewonnen hat, dafür indes auch den Gewinn der Open Championship in Royal St. George’s in die Waagschale werfen musste. „Es war schon immer mein Traum, als Amerikaner das Race to Dubai zu gewinnen“, so Reed.
Die Vorzeichen stehen nicht schlecht, sofern der Mann mit dem zweifelhaften Ruf seit College-Zeiten in Georgia und den immer wieder laut werdenden Schummelvorwürfen die Form hält. Wer den Texaner bei Turnierauftritten oder in aktuellen Interviews erlebt – zugewandt, lächelnd, kommunikativ, bescheiden –, fragt sich eh, wieso dieser Patrick Nathaniel Reed so wenige Fans hat. Vielleicht schafft er in den kommenden Monaten auch diesbezüglich das Comeback, lässt belastbare Taten sprechen: bei den Majors, bei den vier Turnieren der Rolex Series und auch künftig mit der in Dubai vollmundig proklamierten Treue zur DP World Tour, deren Mitglied auf Lebenszeit er seit 2019 ist und die ihm jetzt das Fundament für die Rückkehr ins Golf-Establishment bietet.
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