Reduzierte Relevanz

Weltranglistenpunkte für LIV-Top-Ten

Endlich: Es gibt Weltranglistenpunkte für die LIV Golf League. Nach vier Jahren und mehreren Anträgen hat der vom südafrikanischen Masters-Champion Trevor Immelman präsidierte Vorstand aus Vertretern des Golf-Establishments mit sofortiger Wirkung der Aufnahme des Konkurrenz-Circuit ins System des Official World Golf Ranking (OWGR) zugestimmt. Das ist erstmal die Nachricht. Sie enthält allerdings einen ziemlich großen Wermutstropfen, wird der LIV-Liga doch nach wie vor eine reduzierte Relevanz attestiert: Nur die Top-Ten eines jeden Events werden für die Weltrangliste gewertet. Was Wunder, dass in Riad wenig Freude herrscht, wo ab heute der Saisonauftakt stattfindet – über 72 Loch und unter Flutlicht. Man begrüßt zwar „diese längst überfällige Anerkennung“, findet die Beschränkung indes „beispiellos“ unfair.

„Wir haben die Notwendigkeit einer Rangliste der weltbesten männlichen Spieler voll und ganz erkannt, mussten aber gleichzeitig einen Weg finden, dies auf eine Weise zu tun, die fair ist gegenüber den Tausenden anderen Spielern, die auf anderen Touren mit etablierten leistungsorientierten Verfahren antreten“, erklärte Immelman. Kurz gesagt wird LIV trotz etlicher Änderungen des Wettbewerbssystems weiterhin für die nach wie vor geringe Tiefe des Teilnehmerfelds, fehlende Leistungskriterien wie den Cut oder die immer noch eingeschränkte Zugänglichkeit „abgestraft“. Es sei berücksichtigt worden, „dass LIV Golf in einer Reihe von Bereichen nicht die von der OWGR festgelegten Zulassungsstandards erfüllt“, heißt es in einem Statement.

LIV-Aushängeschild Bryson DeChambeau nahm es gelassen. „Immerhin gibt es überhaupt Weltranglistenpunkte“, meinte der zweifache US-Open-Gewinner in Riad, räumte allerdings ein, sich mit Details noch nicht befasst zu haben. Stattdessen hatte er CEO Scott O’Neil und den Saudi-Geldgebern zuvor wegen des neuen Turnierformats ordentlich eingeschenkt: „Ich habe hier nicht unterschrieben, um 72 Loch zu spielen.“ Das lässt tief blicken, was die immer noch laufenden Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung ab 2027 betrifft. Nach den Abgängen von Brooks Koepka und Patrick Reed hat BDC als einziger echter Aktivposten der Liga alle Trümpfe in der Hand und soll angeblich eine Garantiegage von 500 Millionen Dollar gefordert haben.

LIV braucht ihn als Zugnummer, und das weiß er. Es habe Fortschritte gegeben, deutete DeChambeau an. Er werde auch im kommenden Jahr bei LIV spielen, wenn sich beide Seiten „auf einen gemeinsamen Nenner einigen können“. Ja, wenn! Bei der PGA Tour warten sie nur auf ihn. Und auf Jon Rahm. Die Frist für Rückkehrer im Rahmen der Lex Koepka des Returning Member Program ist zwar am 2. Februar abgelaufen. Doch Tour-CEO Brian Rolapp weiß garantiert genau, wo er die Ausnahmeregel abgeheftet hat.

Medianachweis: © Sportcomm/Getty Images

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