Reeds Reue

„Geboren, um auf der PGA Tour zu spielen“

Der nächste prominente Abgang aus der LIV Golf League steht fest: Patrick Reed hat seine Anspielungen nach dem Gewinn der Hero Dubai Desert Classic wahrgemacht und will wieder auf der PGA Tour spielen. Der Masters-Sieger von 2018, nominell Mitglied von Dustin Johnsons 4Aces, war eine Woche vor dem LIV-Saisonstart am 4. Februar noch ohne neuen Vertrag und hat der Liga nun den Rücken gekehrt. „Ich bin im Herzen Traditionalist und wurde geboren, um auf der PGA Tour zu spielen“, gab sich Reed fast reumütig. Die Demut hilft ihm freilich wenig, im Gegensatz zu Brooks Koepka muss sich der 35-Jährige nebst neu zu beantragender Mitgliedschaft sein Comeback ab dem 25. August 2025 erspielen, wenn die einjährige Sperre nach dem letzten LIV-Einsatz abläuft.

Dafür stehen ihm zwei Wege zur Verfügung. „Reed wäre grundsätzlich berechtigt, als Nichtmitglied an den Turnieren der FedExCup Fall Series teilzunehmen“, heißt es von Seiten der PGA Tour. Dafür braucht der nicht unumstrittene Profi allerdings Sponsoreneinladungen oder müsste sich über die Montags-Qualifier einen Startplatz sichern. „Dann könnte er seine Mitgliedschaft für die Saison 2027 wieder aufnehmen und in der Kategorie der ehemaligen Turniersieger spielen“, so das Statement der Tour.

Doch Reed wird ohnehin versuchen, sich die Tourkarte über die DP World Tour zu erspielen, wo er seit 2019 Mitglied auf Lebenszeit ist. Im Rahmen der Strategischen Allianz mit der PGA Tour erhalten die zehn Besten einer jeden Saison – sofern nicht eh schon qualifiziert – ein Ticket für die nächste Spielzeit des US-Circuits. „Nach meinem Sieg in Dubai wurde mir klar, wie sehr ich den harten Kampf und die spannenden Duelle vermisst habe – das ist einfach mein Ding“, erklärte Reed in einem Gespräch mit dem Sportsender ESPN. „Ich weiß, dass ich mir den Weg zurück verdienen muss, und das ist für mich in Ordnung.“ Nach Dubai liegt Reed auf Platz zwei der noch jungen Saisonwertung und tritt bereits heute zur Bapco Energies Bahrain Championship wieder an.

Titelverteidiger in Bahrain ist pikanterweise Ex-LIV’ler Laurie Canter, der vergangenes Jahr einen der zehn Startplätze für die PGA Tour ergattert hatte, stattdessen aber wieder zum Konkurrenz-Circuit wechselte. Dort kommentiert man den Verlust von Reed übrigens eher nüchtern („Wir konnten uns mit Patrick nicht auf eine mögliche Vertragsverlängerung einigen …“) und freut sich stattdessen über eine Partnerschaft mit Rolex. LIV legt bei den Events ein Premium-Hospitality-Programm für den Luxusuhren-Hersteller und dessen Gäste auf. „Das weitet unsere Präsenz [im Golf] auf neue Standorte weltweit aus“, sagt Rolex’ Kommunikationschef Arnaud Boetsch.

Völlig unter dem Radar läuft derweil, dass sich auch der bei LIV geschasste Kevin Nah sowie Hudson Swafford und Pat Perez um eine erneute Mitgliedschaft bei der PGA Tour bemühen. Aber alle Golfwelt wartet sowieso nur mit Spannung darauf, welche Entscheidungen Bryson DeChambeau womöglich bis zum 2. Februar trifft, wenn die Frist zur Inanspruchnahme des Returning Member Program der PGA Tour abläuft.

Medianachweis: © Sportcomm/Getty Images

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