Der Widersacher für Europas Teamchef Luke Donald beim 100-jährigen Jubiläum des Ryder Cup ist gefunden: Nach dem schmählichen Abgang von Tiger Woods hat die zuständige PGA of America im Fundus gekramt und Jim Furyk hervorgezaubert. Der 55-jährige Gewinner der US Open 2003 soll also 2027 im irischen Adare Manor als Skipper der US-Equipe den blau-goldenen Three Peat verhindern, den dritten Sieg in Serie nach Rom 2023 und Bethpage Black 2025. Freilich, Furyks Voraussetzungen sind eher überschaubar, da hilft auch das erfolgreiche Presidents-Cup-Dirigat von 2024 nicht: Er verlor 2021 in Paris mit 10,5:17,5 krachend gegen Thomas Bjørns Belegschaft, jetzt kriegt er eine zweite Chance.
„Jim Furyk ist seit fast drei Jahrzehnten eine prägende Persönlichkeit im Teamraum der USA“, sagte PGA-of-America-Vize Nathan Charnes. „Er ist eine vertrauenswürdige, allseits angesehene Führungspersönlichkeit und verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz beim Ryder Cup, der unser Team nur stärken kann.“ Na ja, immerhin war Furyk Assistenzkapitän bei den US-Ryder-Cup-Erfolgen 2016 und 2021. Dennoch, er ist eine Verlegenheitslösung wie Keegan Bradley 2025. Eigentlich war Tiger Woods fürs Amt des Jubiläums-Kapitäns gesetzt, allein schon wegen der Freundschaft zum irischen Milliardär und Adare-Manor-Eigentümer JP McManus, der sich den Spezi als Anführer der amerikanischen Delegation gewünscht hatte. Doch der neuerliche Unfall des GOAT unter Medikamenteneinfluss und die Konsequenzen machten das unmöglich und stürzten die PGA of America in ein ähnliches Dilemma wie bei Woods’ kurzfristiger Absage für Bethpage Black.
Nun baut sie auf die gewohnte, indes beileibe nicht mehr bewährte Buddy-Beziehungskiste, statt unverbrauchten und womöglich innovativen Kräften wie Justin Leonard, Brandt Snedeker oder Stewart Cink eine Chance auf frischen Wind zu geben. Als „Rookie“-Skipper auswärts gegen ein europäisches Dutzend unter dem Dirigat von Donald zu verlieren, wäre definitiv keine Schande – sondern im Idealfall der kurzzeitige Kollateralschaden eines längst überfälligen Neubeginns.
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