Es sind verstörende Bilder: Tiger Woods beim Telefonat mit Donald Trump, um Fürsprache vom US-Präsidenten zu erbitten. Gefilzt, wobei zwei Tabletten eines opioidhaltigen Schmerzmittels zu Tage gefördert wurden. In Handschellen, derangiert und desorientiert, anscheinend nicht Herr seiner Sinne. Alles aufgenommen von den Bodycams der Polizisten nach dem jüngsten Autounfall in Jupiter/Florida, die zwar an Woods’ Golfbag interessiert waren, sich vom Superstar-Status indes wenig beeindruckt zeigen. Er wolle fürs Masters trainieren, hat Woods ausgesagt. Doch statt das Comeback vorzubereiten, ist der 50-Jährige an einen neuerlichen Tiefpunkt angelangt. Da demoliert einer sein Denkmal. Und plädiert trotz des offenkundigen „Fahrens unter Einfluss“ und des augenscheinlichen Missbrauchs morphinähnlicher Medikamente etc. bei der entsprechenden Anklage auf nicht schuldig.
Inzwischen hat Woods mit richterlicher Genehmigung die USA verlassen, um sich im Schutz einer Anonymität in Behandlung zu begeben, die in Amerika nicht gewährleistet sei. Meldungen zufolge ist sein Privatjet in der Schweiz gelandet. Im Kielwasser hinterlässt er eine Flut an Nachrichten: vor allem die Absage als eigentlich designierter US-Kapitän für den Ryder Cup 2027 im irischen Adare Manor. Jetzt muss die PGA of America einen neuen Widerpart für Luke Donald suchen, der Europas Auswahl zum dritten Mal in Folge zum Sieg führen will. Vom privaten Ungemach mit Freundin Vanessa Trump und dem Druck des Trump-Clans soll nicht die Rede sein. Wohl aber von den Problemen mit Sponsor Genesis. In der Tat, wer „stoned“ am Steuer sitzt, taugt kaum noch als Werbebotschafter einer Luxus-Automarke.
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