Stippvisite im Mutterland des Spiels: Touchdown für Air Force One hieß es vergangene Woche in Schottland, als Donald Trump seine Golfanlagen an der West- und an der Ostküste inspizierte. Erst spielte der US-Präsident in Turnberry Golf und hielt Hof im „großartigen und für viel Geld renovierten Ballsaal“ (O-Ton Trump). Dort handelte er mit EU-Chefin Ursula von der Leyen einen Zoll-Deal aus und empfing Großbritanniens Premier Keir Starmer zur Audienz, während vor den Toren des Resorts 5.000 Polizisten die zahlreichen Polit- und Umwelt-Aktivisten auf Distanz hielten, die sich zu Anti-Trump-Demonstrationen eingefunden hatten.
Mit ähnlichem Pomp, gleicher Prahlerei und weiteren Protesten ging es in Aberdeen weiter, wo Trump den zweiten Platz seiner International Golf Links eröffnete, der das Ensemble zu den „besten 36 Golflöchern auf dem Globus“ macht. So jedenfalls hat es Sohn Eric Trump formuliert. Naturschützer beklagen derweil die fortschreitende Zerstörung eines einzigartigen Ökosystems, das bereits beim Bau des ersten Kurses durch die Versiegelung sensibler Dünenstrukturen irreparablen Schaden erlitten hat.
Überdies hat Trump schon während des Aufenthalts in Turnberry den Ruf untermauert, sein offizielles Handicap von 2,8 nicht mit lauteren Methoden erspielt zu haben, als sein Caddy vor laufenden Kameras im Rough scheinbar beiläufig einen neuen Ball für den Präsidenten fallen lässt: gut sichtbar und gut spielbar. Das bestätigt einmal mehr den Titel des 2020 erschienenen Buchs „Commander in Cheat“, in dem der US-Autor Rick Reilly den seinerzeit erstmals amtierenden US-Präsidenten anhand von Zeugenaussagen und der Schilderung entsprechender Ereignissen zum Chef-Schummler erklärt.
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