Was wird aus Woods?

Gefängnis droht – und ein Chauffeur muss her

Von wegen: Spielt Tiger Woods beim Masters? Die aktuelle Frage muss eher lauten: Wie kommt er dahin, nachdem sein Jet in Augusta gelandet ist – egal, ob nur zum Champions Dinner oder um auch eine Tee Time „in time“ zu erreichen? Das Netz ist jedenfalls voller Woods-Witze nach dem neuerlichen Autounfall, bei dem der 50-Jährige in einer temporeduzierten Wohnstraße im heimischen Jupiter/Florida beim hektischen Überholen eines Lkw dessen Anhänger touchierte und mit seinem Land Rover auf die Seite kippte, was glücklicherweise glimpflich ausging. Frei nach der Devise: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Der Mann kann mit dem Driver alles, als Driver eher nicht, heißt es beispielsweise. Auch der Begriff Tiger-Proofing, die designerische Anpassung von Golfplätzen an die überragende Schlag-Fertigkeit eines Woods zu Hochzeiten, kriegt endgültig eine neue Bedeutung durch die verweigerte Urinprobe, die ihm acht Stunden Knast sowie ein aktuelles Polizeifoto einbrachte und neuerlichen Spekulationen über Medikamentenmissbrauch und Schmerzmittelabhängigkeit Vorschub leistet.

Die Konsequenzen der Anklage wegen DUI, wegen „Fahrens unter Einfluss“, wovon auch immer, sind vielfältig, aber eines steht fest: Der 50-Jährige gehört generell nicht mehr ans Steuer, er braucht wohl einen permanenten Chauffeur. Trotz der Sorge um zu viele Einblicke in private Aktivitäten dürfte das nicht schwierig sein, ist der 15-fache Majorsieger und Milliardär doch von Leibwächtern umgeben, bei denen Fahrtzüchtigkeit quasi zum Berufsbild gehört. Gemäß der diesbezüglich strengen Gesetze in Florida wird ihm nach einer verweigerten Urinprobe trotz des mit 0,00 absolvierten Atem-Alkoholtests ohnehin erstmal für mindestens 180 Tage und maximal ein Jahr die Driver’s License entzogen.

Über allem indes steht einmal mehr die Frage: Was wird generell aus Woods, dem sogar bis zu elf Monate und 29 Tage Gefängnis drohen? Er ist in Sachen Out of Bounds mit dem Auto nun mal kein unbeschriebenes Blatt. 2009 crashte er einen Hydranten vor seinem damaligen Wohnsitz in Isleworth/Florida. 2017 wurde er von der Polizei in Jupiter schlafend und eindeutig desorientiert im Auto vorgefunden und wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet. Ein Test ergab fünf verschreibungspflichtige Medikamente in Woods’ Blutkreislauf. Später bekannte er sich des rücksichtslosen Fahrens schuldig und nahm an einem Rehabilitationsprogramm teil.

Und dann war da noch der Horrorunfall im Februar 2021, als der Superstar auf einem Highway in Kalifornien mit überhöhter Geschwindigkeit von der Straße abkam, sich in seinem SUV mehrfach überschlug, wobei der rechte Unterschenkel regelrecht zerschmettert wurde, indes wie durch ein Wunder mit dem Leben davon kam. Wie 2009 wurde auch vor fünf Jahren allerdings keine Blutprobe entnommen. Dennoch ist Woods Wiederholungstäter. 

Laut US-Rechtsexperten könnte es der zuständige Staatsanwalt darauf anlegen, den Golfstar unter Bezug auf die Schmerzbelastung des Körpers durch die zahlreichen Operationen und die Rückenprobleme wegen Medikamentenmissbrauchs dranzukriegen, ihn als permanente Gefahr im Straßenverkehr darzustellen und deswegen auf heftigere Strafen drängen. Da ein aktueller Beweis fehlt, würde der Verteidiger wiederum versuchen, eine Vorverurteilung aufgrund der Vergangenheit anzumahnen.

Mindestens jedoch läuft es auf rücksichtsloses Fahren hinaus, das nach der strengen Rechtsauffassung im Martin County, wo Jupiter liegt, ein verschärftes DUI-Reha-Programm mit Präsenzkursen nach sich ziehen würde. Mit erweiterten Rehabilitationsmaßnahmen könnte andererseits auch eine mögliche Gefängnisstrafe ersetzt werden. Das Ganze wird sich über die kommenden sechs bis neun Monate hinziehen. Jetzt hat Woods erstmal zehn Tage Zeit, um den Führerscheinentzug anzufechten.

Von all dem unbenommen bleiben die persönlichen Aspekte. Der Boulevard will von Problemen mit Lebensgefährtin Vanessa Trump gehört haben, die ihrem Tiger ein Ultimatum gestellt haben soll, sich zu bessern. Was auch immer das bedeuten mag: Vielleicht schafft sie es, Woods vor sich selbst zu schützen.

Medianachweis: © Sportcomm/Getty Images

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