Clark gewinnt BMW Championship…

…und McIlroy nimmt Maß

Ja, so ist Golf: Vergangene Woche reiste Rory McIlroy noch als Problemfall aus Memphis ab, als 66. mit acht über Par bei der FedEx St. Jude Championship und dem Vorsatz: „Ich muss hart arbeiten.“ Und siehe da, wenige Tage später spielt der Nordire bei der BMW Championship urplötzlich um den Sieg mit, wird am Ende starker Dritter und formuliert nach diesem zweiten Play-off um den FedEx Cup eine Kampfansage an die Kollegen: „Gut zu wissen, dass ich mein Spiel zusammenhalten und mir Siegchancen erarbeiten kann, selbst wenn ich nicht mit allem rundum zufrieden bin.“ Da nimmt einer Maß für die Tour Championship diese Woche im East Lake Golf Club zu Atlanta.

Nur für Wyndham Clark hat’s im Bellerive Country Club nicht gereicht. Der US-Open-Champion setzte sich mit einem starken Schlussspurt von McIlroy ab, der an Loch 16 noch gleichauf lag, aber dann Clarks drei Birdies zu insgesamt 17 unter Par fürs Turnier nicht kontern konnte, und sprach anschließend vom besten Golfjahr seines Lebens: „Nun habe ich wohl endgültig bewiesen, dass ich zu den Besten der Welt gehöre.“ Nach dem nunmehr dritten Saisonsieg des amtierenden US-Open-Champions, inklusive Major, könnten womöglich allenfalls Clarks Popularitätswerte die Kür zum Spieler des Jahres auf der PGA Tour verhindern.

Apropos: Der normalerweise für diese Wahl auch heuer wegen seiner Beständigkeit fast gesetzte und sogar von Clark favorisierte Scottie Scheffler spielte in St. Louis keine Rolle. Allerdings ging der Weltranglistenerste auch gehandicapt an den Start – er hatte sich die sogenannte Hand-Fuß-Mund-Krankheit eingefangen, eine Virusinfektion, die in Haushalten mit Kleinkindern keine Seltenheit ist und sich durch Fieber, schmerzhafte Bläschen und Hautausschlag äußert. „Wenn ich klüger gewesen wäre, hätte ich vielleicht direkt abgesagt“, bekannte der zweifache Vater Scheffler, der geteilter Zwölfter wurde, zehn Schläger hinter Wyndham Clark. Favorit fürs Finale ist er trotzdem.

Das findet – fast erwartungsgemäß – ohne Sepp Straka statt. Der Austria-Star wurde bei der BMW Championship mit 2 unter Par geteilter 33., was selbstredend nicht genug war für den 30er-Trip zur Tour Championship. Dafür hätte Straka mindestens in den Top Ten landen müssen. Dass das machbar ist, hat zuvorderst Patrick Cantlay bewiesen, der in Bellerive sein bestes Saisonergebnis ablieferte, sogar McIlroy überholte und sich als alleiniger Zweiter schließlich im FedEx-Cup-Ranking von Position 43 auf Platz 19 katapultierte. Auch Gary Woodland (T4) und Robert MacIntyre (T7) als neuer 18. (von Rang 31) beziehungsweise 25. (von Rang 36) lösten noch ein Last-Minute-Ticket nach Atlanta.

Medianachweis: © Sportcomm/Gettyimages

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